250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland
Oswin Mosemann250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland
Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt in Deutschland vorgestellt. Die Vorschläge umfassen weitreichende Rechtsreformen – von strengeren Einwilligungsregeln bis hin zu neuen Straftatbeständen gegen digitale Gewalt.
Die Initiative setzt sich für ein "Ja-heißt-Ja"-Modell im Sexualstrafrecht ein, das die rechtliche Bewertung auf die klare und freiwillige Zustimmung vor sexuellen Handlungen konzentriert.
Ein weiterer Schwerpunkt des Plans ist die Bekämpfung digitaler Gewalt. Gefordert wird ein Verbot von KI-gestützten "Nacktbild-Apps", die ohne Einwilligung Personen auf Fotos entkleiden. Zudem soll die Erstellung und Verbreitung nicht konsensualer, sexualisierter Deepfake-Inhalte unter Strafe gestellt werden.
Ein zentrales Anliegen ist die Einführung von "Femizid" als eigenständigen Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch. Die Initiatorinnen argumentieren, dass dies geschlechtsspezifische Tötungen besser sichtbar machen und gezielt ahnden würde.
Um den Schutz im digitalen Raum zu stärken, schlagen sie ein Digitales Schutzgesetz vor. Dieses soll Plattformen verpflichten, schädliche Inhalte zügig zu löschen und bei der Identifizierung der Verantwortlichen zu helfen. Bis März 2026 liegen jedoch noch keine offiziellen Stellungnahmen deutscher Politiker zu diesen konkreten Forderungen vor.
Der Zehn-Punkte-Plan zielt darauf ab, rechtliche Lücken bei physischer und digitaler Gewalt gegen Frauen zu schließen. Würden die Reformen umgesetzt, wären sie ein bedeutender Schritt für die deutsche Justiz im Umgang mit Missbrauch, Belästigung und geschlechtsspezifischer Kriminalität. Nun wartet das Bündnis auf eine Reaktion der Gesetzgeber.






