05 February 2026, 08:15

88 Intellektuelle kämpfen mit Petition für den Erhalt des Lateinunterrichts

Ein Plakat für die Oper "La Forza del Destino" von G. Verdi mit einem Gemälde mehrerer Personen und Text.

88 Intellektuelle kämpfen mit Petition für den Erhalt des Lateinunterrichts

Eine vielbeachtete Petition zur Rettung des Lateinunterrichts an Schulen hat die Unterstützung von 88 der renommiertesten Intellektuellen und Künstler des Landes erhalten. Zu den Unterzeichnern zählen drei Nobelpreisträger, darunter die Schriftstellerin Elfriede Jelinek, der Physiker Anton Zeilinger sowie die gefeierte Komponistin Olga Neuwirth. Die auf aufstehn.at veröffentlichte Kampagne fordert die Bildungsministerin auf, Latein als zentrales Schulfach im Lehrplan zu erhalten.

Die Petition folgt auf eine Welle öffentlicher Stellungnahmen von Persönlichkeiten aus Literatur, Wissenschaft und Kunst. Der Nobelpreisträger Peter Handke, der angesehene Mediziner und Forscher Anton Zeilinger sowie der Theaterregisseur Georg Nigl – der kürzlich in der Uraufführung von Monsters Paradise die Hauptrolle spielte – haben sich der Initiative angeschlossen. Auch führende Ärzte, Politiker und Kulturikonen unterstützen die Forderung.

Der Zeitpunkt fällt mit der Premiere von Monsters Paradise zusammen, einer opernhaften Groteske von Neuwirth und Jelinek, die an der Hamburger Staatsoper uraufgeführt wurde. Die Inszenierung, in der Nigl als gefräßiger "König-Präsident" auftritt, verbindet schwarze Satire mit surrealen Elementen, darunter ein Zombie-Chor und eine an Las Vegas angelehnte Ästhetik. Internationale Medien wie die Associated Press hoben die scharfe Kritik an politischen Figuren hervor, während in sozialen Netzwerken spielerische Hommagen kursierten – von Echsenvideos bis zu Plakaten eines pelzigen Monsters, das über Stadthäuser klettert.

Höhepunkt der Oper ist die Szene, in der Gorgonzilla, ein weises Ungeheuer, den schurkischen Präsidenten und seine Zombie-Armee verschlingt. Die Schlusssequenz zeigt Vampirinnen, die in die Ewigkeit entschweben, begleitet von einem unheimlich verstimmten Klavier, das Schuberts Fantasie in f-Moll spielt. Trotz der provokanten Themen hat das Werk eine breitere Debatte über die Rolle der Kunst in der politischen Auseinandersetzung angestoßen.

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Die Petition bleibt für weitere Unterschriften offen; die Initiatoren hoffen, die Ministerin in ihrer Entscheidung über die Zukunft des Lateinunterrichts beeinflussen zu können. Die Unterstützer betonen, dass der Erhalt der Sprache für kulturelle und akademische Kontinuität unverzichtbar sei. Der durch prominente Namen gestärkte Schwung der Kampagne spiegelt die gesellschaftlichen Diskussionen über Bildung und kulturelles Erbe in der modernen Welt wider.