16 February 2026, 20:16

Akif Pirincci im Volksverhetzungsprozess freigesprochen – doch der Streit geht weiter

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung einer Gerichtsszene mit einem Mann, der eine Waffe hält und vor einer Menge von Menschen steht, einige sitzen auf Bänken und andere stehen, mit dem Text "Der Prozess gegen Thomas Jefferson" unten.

Autor Pirincci wegen Aufstachelung in Bonn freigesprochen - Akif Pirincci im Volksverhetzungsprozess freigesprochen – doch der Streit geht weiter

Der Autor Akif Pirincci ist vom Vorwurf der Volksverhetzung durch ein Bonner Gericht freigesprochen worden. Im Mittelpunkt des Verfahrens stand ein umstrittenes Blogposting aus dem Jahr 2022, das auf seiner Website Der kleine Akif veröffentlicht worden war. Zwar bedeutet das Urteil einen juristischen Erfolg für Pirincci, doch bleibt das Urteil anfechtbar und kann noch in die nächste Instanz gehen.

Die Entscheidung folgt auf einen langwierigen Rechtsstreit, in dessen Verlauf Pirincci zunächst zu einer neunmonatigen Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt worden war. Bekannt wurde er zunächst durch seinen 1989 erschienenen Katzenkrimi Felidae, später dann durch rechtspopulistische Schriften und Auftritte bei Pegida-Demonstrationen.

Auslöser für das Verfahren war ein Blogbeitrag aus dem Jahr 2022, der Pirincci den Vorwurf der Volksverhetzung einbrachte. Ein Amtsgericht hatte ihn zunächst schuldig gesprochen und zu neun Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Später wurde das Urteil auf acht Monate zur Bewährung ausgesetzt, doch der Rechtsstreit zog sich weiter hin.

Das Oberlandesgericht Köln hob die Vorentscheidung teilweise auf und urteilte, die ursprüngliche Auslegung von Pirinccis Äußerungen sei zu eng gewesen. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass zumindest eine plausible Lesart seiner Aussagen die rechtliche Schwelle zur Volksverhetzung nicht erreiche.

Trotz des Freispruchs ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft behält sich vor, Revision einzulegen, sodass weitere juristische Auseinandersetzungen möglich bleiben. Pirinccis Wandel vom gefeierten Schriftsteller zur umstrittenen Figur in rechtsextremen Kreisen hat dem Fall zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit verschafft.

Sein Debütroman Felidae hatte 1989 mit der ungewöhnlichen Idee eines katzenbasierten Krimis große Anerkennung gefunden. Im Laufe der Zeit verlagerte sich sein Schaffen jedoch hin zu politisch aufgeladenen Kommentaren, die ihn mit Bewegungen wie Pegida in Verbindung brachten. Diese Entwicklung prägte sowohl seinen literarischen Ruf als auch seine juristischen Konflikte.

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Der Freispruch beseitigt zwar die akute Gefahr einer Haftstrafe für Pirincci, doch der noch nicht abgeschlossene Rechtsweg bedeutet, dass der Fall erneut vor Gericht landen könnte. Vorerst stützt sich das Urteil auf die Bewertung mehrdeutiger Formulierungen in seinem Blogpost von 2022.

Die Entscheidung wirft zudem die anhaltende Debatte über Meinungsfreiheit und die Grenzen der Volksverhetzung in Deutschland auf. Pirinccis juristische Auseinandersetzungen spiegeln die größeren Spannungen zwischen literarischem Ausdruck und politischem Aktivismus wider.