Anna Scherer polarisiert mit Buch "Gleichheitswahn" – warum ihre Thesen die Kulturdebatte sprengen
Oswin MosemannAnna Scherer polarisiert mit Buch "Gleichheitswahn" – warum ihre Thesen die Kulturdebatte sprengen
Anna Scherer, eine 37-jährige Mutter von fünf Kindern, ist zu einer lautstarken Stimme in den deutschen Kulturdebatten geworden. Bekannt als TikTok-Influencerin mit über 160.000 Followern, stellt sie nun ihr erstes Buch "Gleichheitswahn" in der Berliner Konservativen Bibliothek vor. Ihre unmissverständlichen Positionen zu Themen wie Rassismus, Migration und politischer Korrektheit sorgen gleichermaßen für Aufmerksamkeit wie Kritik.
Scherer lehnt Begriffe wie "People of Colour" oder "Black People of Colour" ebenso ab wie das deutsche Wort "schwarz". Ihrer Meinung nach führe eine übermäßige Fixierung auf Hautfarbe zu einer toxischen Debatte und berge die Gefahr, eine moderne Form der Apartheid zu schaffen. Stattdessen plädiert sie für Integration und weist die Vorstellung von Rassismus als einer "strukturellen Verschwörung der Weißen" gegen andere zurück.
Kritik übt sie auch an "Safe Spaces" in Museen, die ausschließlich schwarzen Besuchern vorbehalten sind – solche Praktiken nennt sie spalterisch. In der Migrationspolitik verweist sie darauf, dass zwischen 2013 und 2019 fast 70 Prozent der Asylbewerber muslimischen Glaubens gewesen seien. Scherer spricht sich gegen Massen-Einbürgerungen aus und wirft Feministinnen vor, zu Themen wie Geschlechtertrennung oder Gruppenvergewaltigungen zu schweigen.
Kürzlich war sie in der Sendung "13 Fragen" zu Gast, wo sie sich gegen ein Verbot der rechtspopulistischen AfD aussprach. Ihre Äußerungen lösten Spott aus, doch Scherer bleibt standhaft: Die politische Linke richte mehr Schaden an als die AfD selbst.
Mit der Veröffentlichung von "Gleichheitswahn" setzt Scherer ihre Provokation gängiger Erzählungen zu Rassismus und Identität fort. Ihre Kritik an progressiven Politikkonzepten und die Ablehnung bestimmter antirassistischer Terminologie machen sie zu einer polarisierenden Figur. Angesichts ihres wachsenden öffentlichen Einflusses dürfte die Debatte um ihre Thesen weiter an Fahrt aufnehmen.






