25 January 2026, 12:14

Antisemitismus in Deutschland: Jüdische Bürger berichten über wachsende Ängste nach dem 7. Oktober

Ein altes Buch mit hebräischer Schrift auf schwarzem Hintergrund, das 'Jüdisches Pessach-Seder' liest.

Antisemitismus in Deutschland: Jüdische Bürger berichten über wachsende Ängste nach dem 7. Oktober

Eine aktuelle Diskussion im Dokumentationszentrum Vogelsang IP in Schleiden hat die wachsende Bedrohung durch Antisemitismus in Deutschland in den Fokus gerückt. Jüdische Bürgerinnen und Bürger aus Aachen schilderten ihre Ängste und berichteten, wie die Feindseligkeit seit dem Hamas-Angriff auf Israel drastisch zugenommen hat. Die Veranstaltung, die am Sonntag, dem 24. November 2025, stattfand, brachte Expertinnen und Experten sowie Gemeinschaftsmitglieder zusammen, um das Problem zu erörtern.

Die Anlage Vogelsang IP, einst ein Ort nationalsozialistischen Terrors, dient heute als internationales Zentrum für Demokratie und politische Bildung. Hier analysierte eine Podiumsdiskussion unter Leitung des CDU-Politikers Armin Laschet und des ehemaligen WDR-Intendanten Tom Buhrow die Ursachen und die Verbreitung von Antisemitismus in Deutschland. Die Teilnehmenden betonten, dass Hass nicht nur von rechtsextremen oder linksextremen Gruppen ausgehe – er sei auch in Teilen der Migrantengemeinschaften zu finden.

Jüdische Bürger berichteten von ihren alltäglichen Herausforderungen und erklärten, sie fühlten sich nur noch in ihrem eigenen Umfeld sicher, wenn sie ihre Identität offen zeigen. Berichte bestätigen einen besorgniserregenden Anstieg von Vorfällen: Täglich werden mindestens neun rechtsextreme, rassistische oder antisemitische Angriffe registriert. Als Reaktion hat die Bundesregierung die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, darunter ein Cyber- und Sicherheitsabkommen mit Israel. Innenminister Alexander Dobrindt kündigte für Februar eine Veranstaltung in Berlin an, bei der Antisemitismus-Beauftragte über weitere Schutzmaßnahmen beraten sollen.

Bundesländer wie Baden-Württemberg fördern seit 2019 die Sicherheit jüdischer Gemeinden. Neue Richtlinien verbieten zudem antiisraelische Proteste in der Nähe von Synagogen, während Präventionsprogramme insbesondere junge Menschen mit Migrationshintergrund über den Holocaust und modernen Antisemitismus aufklären sollen. Die EU-Antirassismus-Strategie 2026–2030 unterstützt diese Initiativen.

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Die Diskussion wird am 24. November 2025 in der WDR-Radiosendung „Aachen und die Region“ sowie im WDR-Fernsehen in der „Lokalzeit Aachen“ ausgestrahlt. Eine Audioaufzeichnung ist bis zum 24. November 2027 auf der Website der WDR Studios NRW abrufbar.

Als zentrale Instrumente im Kampf gegen Antisemitismus wurden Bildung und offener Dialog identifiziert. Die Veranstaltung unterstrich die Notwendigkeit kontinuierlichen Handelns – sowohl auf nationaler als auch auf lokaler Ebene. Angesichts der anhaltenden Bedrohungen arbeiten Behörden und Gemeinschaften daran, die Sicherheit und das Bewusstsein für jüdische Bürgerinnen und Bürger in ganz Deutschland zu stärken.