03 March 2026, 00:04

Apotheker protestieren gegen Lauterbachs Reformpläne und drohen mit bundesweiten Aktionen

Ein Plakat mit Text "Big Pharma verlangen 2022 in den USA zwei bis drei Mal so viel f"r dieselben Medikamente wie in anderen L"andern" mit ein paar Flaschen und einer Spritze unten.

Apotheker protestieren gegen Lauterbachs Reformpläne und drohen mit bundesweiten Aktionen

Apotheker in ganz Deutschland bereiten sich auf große Proteste im Frühjahr vor. Thomas Preis, Vorsitzender der ABDA (Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände), kündigte die Kampagne Ende Januar an – unterstützt von allen 16.000 Apotheken und ihren Mitarbeitern. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Spannungen um geplante Reformen der Apothekenregulierung und der Festgebühren.

Preis übt scharfe Kritik an Teilen des Gesetzentwurfs von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), insbesondere an der Wiederbelebung einer umstrittenen Idee: "Apotheken ohne Apotheker". Er argumentiert, ein solches Modell untergrabe die Patientensicherheit und berufliche Standards. Obwohl Preis Lauterbach als verlässlichen Gesprächspartner bezeichnet, besteht er darauf, dass Apotheken höhere Festgebühren erhalten müssen – konkret eine Erhöhung auf 9,50 Euro pro Rezept.

Der ABDA-Chef betont, dass es sich bei der Gebührenerhöhung nicht um ein Privileg, sondern um eine Notwendigkeit handle. Andere Bereiche des Gesundheitswesens erhielten bereits jährliche Anpassungen – Apotheken verdienen dieselbe Behandlung. Zudem fordert Preis schnellere Umsetzung des Koalitionsvertrags und warnt, dass weitere Verzögerungen nicht mehr hingenommen würden.

Da die erste parlamentarische Debatte über die Reformen für Ende Februar ansteht, will die ABDA den Druck erhöhen. Preis hat die "politische Flitterwochen" für die schwarz-rote Koalition für beendet erklärt. Der Verband kündigt "sehr entschlossene Maßnahmen" an, um fairere Bedingungen durchzusetzen.

In einem Punkt bleibt Preis unnachgiebig: Er wird keinen Vorschlag akzeptieren, der Apotheken ohne fachlich qualifiziertes Personal vor Ort erlaubt.

Die Protestkampagne wird von einer öffentlichen Petition begleitet, an der sich Apotheken bundesweit mit ihren Teams beteiligen. Das Ergebnis der Februar-Debatte könnte entscheiden, ob die Regierung die Gebühren anpasst und den Plan für "Apotheken ohne Apotheker" fallen lässt. Bis dahin bereiten sich Preis und die ABDA auf einen längeren Konflikt vor.

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