14 January 2026, 23:37

Asylpolitik in Europa: Wie das neue GEAS die Grenzen und Schutzsuchenden verändert

Ein detailliertes Kartenbild von Europa, das die Mitgliedstaaten der Europäischen Union hervorhebt, mit wichtigen Städten, Flüssen und Grenzen, begleitet von Text, der die Landesnamen und Grenzangaben liefert.

Asylpolitik in Europa: Wie das neue GEAS die Grenzen und Schutzsuchenden verändert

Öffentliche Diskussion zur EU-Grenz- und Asylpolitik in Europa im Grashaus Aachen

Im Aachen Grashaus findet eine öffentliche Diskussion über die Grenz- und Asylpolitik in Europa statt. Der Politikwissenschaftler und Historiker Siebo Janssen wird die Veranstaltung leiten, die zu einer Zeit stattfindet, in der politische Verschiebungen in ganz Europa das Thema stärker in den Fokus rücken. Organisiert wird die Debatte von EUROPE DIRECT, dem Europäischen Klassenzimmer der Route Charlemagne und der Bischöflichen Akademie Aachen.

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Das Asylsystem in Europa hat in den letzten Jahren tiefgreifende Veränderungen durchlaufen. Im April 2024 wurde das Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) verabschiedet, dessen neue Regelungen ab 2026 in Kraft treten sollen. Dazu gehören beschleunigte Grenzüberprüfungen, ein Solidaritätsmechanismus, der die Mitgliedstaaten verpflichtet, jährlich 30.000 Schutzsuchende aufzunehmen oder stattdessen 600 Millionen Euro beizusteuern, sowie eine feste Liste sicherer Herkunftsstaaten wie Marokko, Tunesien und Indien. Die Reformen sehen zudem die Einrichtung von Asylzentren außerhalb der EU vor – ähnlich dem italienischen Albanien-Modell oder dem britischen Rwanda-Plan.

Weitere Änderungen stehen bevor: Die Europäische Kommission plant, bis März 2025 die Rückführungsrichtlinie durch eine strengere Verordnung zu ersetzen, um Abschiebungen zu erleichtern. Deutschland bereitet unterdessen die Umsetzung des GEAS durch ein Kabinettspaket im September 2025 vor, mit Schwerpunkt auf konsequenteren Rückführungen und EU-weiter Solidarität. Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist gesunken – 2025 wurden 113.236 Erstanträge registriert. Die Veranstaltung in Aachen wird diese Entwicklungen und ihre Folgen beleuchten. Interessierte können vor Ort oder per Livestream teilnehmen; eine kostenlose Anmeldung ist über die Website Europa-Dienstag möglich.

Die Diskussion findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Asylpolitik in Europa weiterhin umstritten bleibt. Während die Mitgliedstaaten unterschiedliche Ansätze verfolgen, prägen Reformen wie das GEAS und verschärfte Rückführungsregeln das System neu. Janssens Vortrag bietet die Gelegenheit, diese Veränderungen eingehend zu analysieren.