Bayer verklagt Pfizer und BioNTech wegen mRNA-Patente aus den 1980ern
Hellmuth OrtmannBayer verklagt Pfizer und BioNTech wegen mRNA-Patente aus den 1980ern
Bayer verklagt Pfizer, BioNTech, Moderna und Johnson & Johnson wegen mRNA-Impfstoffpatente
Der deutsche Pharmakonzern Bayer hat Klage gegen Pfizer, BioNTech, Moderna und Johnson & Johnson eingereicht – mit der Begründung, dass seine jahrzehntealte Technologie grundlegende Bestandteile der Covid-19-Impfstoffe bildet. Obwohl Bayer weder an der Entwicklung noch an der Produktion dieser Vakzine beteiligt war, fordert das Unternehmen nun über die Gerichte einen Anteil an den Gewinnen.
Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Impfstoffmarkt an Fahrt verliert: Die Umsätze von Pfizer, BioNTech und Moderna sind im Vergleich zu den Hochphasen der Pandemie stark eingebrochen. Bayers Klage reiht sich damit in eine lange Liste von Patentstreitigkeiten im mRNA-Bereich ein, in dem Unternehmen zunehmend auf juristische Auseinandersetzungen setzen, um Ansprüche durchzusetzen.
Grundlage für Bayers Klage sind Patente, die ursprünglich in den 1980er-Jahren von Monsanto angemeldet wurden. Diese betrafen Techniken zur Stabilisierung von mRNA, die für die Pflanzenbiotechnologie entwickelt wurden – lange bevor die Methode für menschliche Impfstoffe adaptiert wurde. Bayer strebt keine Unterlassung des Impfstoffverkaufs an, sondern fordert Schadensersatz sowie rückwirkende Lizenzgebühren.
Der Covid-19-Impfstoffmarkt generierte einst Umsätze in Höhe von zehntausenden Millionen Euro. Selbst geringe Lizenzforderungen könnten sich daher in Milliardenzahlungen verwandeln – was juristische Auseinandersetzungen für Konzerne wie Bayer attraktiv macht. Der Zeitpunkt der Klage ist bemerkenswert: Sie erfolgt nach dem Höhepunkt des Impfbooms und in einer Phase, in der in den USA zunehmend Impfskepsis und rechtliche Herausforderungen zunehmen.
Dies ist nicht der erste Patentkonflikt in der mRNA-Branche. 2022 verklagte Moderna Pfizer und BioNTech wegen ähnlicher Vorwürfe, während BioNTech CureVac übernahm, um einen anderen Streit beizulegen. Bayers Einstieg in die Auseinandersetzungen wirft nun neue Fragen auf: Können Patente aus der Pflanzenbiotechnologie der 1980er-Jahre gegen moderne menschliche Medikamente durchgesetzt werden?
Unterdessen hat sich die finanzielle Gesamtlage des Konzerns zuletzt verbessert. Fortschritte bei der Beilegung von Glyphosat-Klagen in den USA, Zulassungen für Wirkstoffe wie Finerenon in Japan sowie optimistischere Gewinnprognosen – der Nettogewinn soll bis 2026 von 633 Millionen auf 2,57 Milliarden Euro steigen – haben das Vertrauen der Anleger gestärkt. Analysten haben die Kursziele für Bayer-Aktien auf 41 Euro angehoben und verweisen dabei auf rechtliche Erfolge sowie pharmazeutische Fortschritte.
Bayers Klage markiert ein weiteres Kapitel in den finanziellen und juristischen Nachwehen der Covid-19-Ära. Entscheidend wird sein, ob Gerichte anerkennen, dass Patente aus der Pflanzenbiotechnologie der 1980er-Jahre auf heutige mRNA-Impfstoffe anwendbar sind. Vorerst verlängert der Fall die Liste der Streitigkeiten, während Unternehmen um ihren Anteil an einem einst lukrativen Markt kämpfen.






