19 June 2026, 00:14

Bayreuther Festspiele zwischen Antisemitismus-Debatte und historischer Aufarbeitung

Wer schreit am lautesten 'Antisemitismus'?

Bayreuther Festspiele zwischen Antisemitismus-Debatte und historischer Aufarbeitung

Die Bayreuther Festspiele stehen erneut in der Kritik wegen ihres Umgangs mit Antisemitismus – sowohl in Bezug auf die historischen Verbindungen zu Wagners Ansichten als auch angesichts jüngster Kontroversen. Auch die Süddeutsche Zeitung sieht sich mit Vorwürfen konfrontiert, und zwar wegen ihrer eigenen Vergangenheit und ihrer Berichterstattung über die Debatte.

Das Festival setzt sich bereits seit Langem mit Wagners Antisemitismus auseinander, etwa durch seine Inszenierungen. Regisseure wie Katharina Wagner, Stefan Herheim und Barrie Kosky haben das Thema auf der Bühne aufgegriffen. Zudem thematisieren Gedenkveranstaltungen und Symposien die Verstrickungen des Festivals mit dem Nationalsozialismus.

Jüdische Dirigenten wie Daniel Barenboim und Kirill Petrenko prägten maßgeblich die musikalische Ausrichtung der Festspiele. Öffentliche Diskussionen, etwa mit Stephen Fry, vertieften die Auseinandersetzung mit Wagners Antisemitismus.

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Eine geplante Veranstaltung mit Michel Friedman sorgte für Aufsehen. Zunächst sagte das Festival sie ab – begründet mit Sicherheitsbedenken, wie Katharina Wagner angab. Christian Thielemann erklärte, Gespräche über die Veranstaltung hätten zwar bereits vor über einem Jahr stattgefunden, er selbst habe eine Teilnahme jedoch nie zugesagt. Nach massiver Kritik entschuldigte sich das Festival bei Friedman, und die Veranstaltung wird nun wie geplant stattfinden.

Die Reaktionen des Festivals zeigen den Willen, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Die Entschuldigung an Friedman und die Durchführung der Veranstaltung unterstreichen das Bekenntnis zum offenen Dialog. Doch die anhaltende Kritik macht deutlich: Die Debatte über die historische Aufarbeitung bleibt unabgeschlossen.

Quelle