Bergisch Gladbachs Grundschulen kämpfen mit unvorbereiteten Erstklässlern und überfüllten Klassen
Anto SchülerBergisch Gladbachs Grundschulen kämpfen mit unvorbereiteten Erstklässlern und überfüllten Klassen
Grundschulen in Bergisch Gladbach stehen vor wachsenden Herausforderungen, da immer mehr Kinder ohne grundlegende Vorschulkenntnisse eingeschult werden. Die Situation führt zu größeren Klassen, höheren Wiederholerquoten und Forderungen nach mehr Förderung in der frühen Bildung. Schulleitungen warnen, dass Sprachdefizite und ungleiche Vorbereitung sowohl Lehrer als auch Schüler unter Druck setzen.
Das Problem beginnt bereits vor der Einschulung. Rund 25 Prozent der Schulanfänger in Bergisch Gladbach weisen behandlungsbedürftige Sprachauffälligkeiten auf, was ihnen das Mitkommen im Unterricht erschwert. Viele beherrschen zudem grundlegende Fähigkeiten nicht – wie das Erkennen von Reimen oder Formen –, die früher im Kindergarten vermittelt wurden. Durch Personalmangel und Notbetreuung in der frühen Bildung kommen immer weniger Kinder gut vorbereitet in die Schule.
Die Folgen sind deutlich größere Klassen: In einigen ersten Schuljahren sitzen mittlerweile 29 Kinder zusammen. Die heterogene Leistungsfähigkeit in diesen Klassen macht das Unterrichten schwieriger. Schulen berichten von mehr Verhaltens- und Lernproblemen, was zu einem starken Anstieg der Wiederholer führt. Im Schuljahr 2021/22 mussten 40 Schüler eine Klasse wiederholen – bis 2024/25 stieg die Zahl auf 67.
Auch eine Änderung der Bildungspolitik hat die Lage nicht verbessert: Die Vorschulerziehung wurde in die Schulanfangsphase integriert, in der Annahme, dass Kinder versäumte Kompetenzen nachholen würden. Stattdessen ist die Zahl der Schüler, die drei Jahre in dieser Phase verbringen, deutlich gestiegen. Schulleiter planen nun Klassenplätze, indem sie Zweitklässler mit Risiko auf Scheitern identifizieren – statt auf reibungslose Übergänge zu setzen.
Viele Schulleiter fordern verbindliche Kindergartenpflicht und bessere Unterstützung für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Ohne diese Maßnahmen, so ihre Warnung, werde sich der Kreislauf aus unvorbereiteten Schülern und überlasteten Lehrkräften fortsetzen.
Die steigenden Wiederholerzahlen und die wachsenden, heterogeneren Klassen zeigen die Belastung für Bergisch Gladbachs Grundschulen. Da Sprachprobleme und fehlende Vorschulkenntnisse das Lernen beeinträchtigen, fordern Pädagogen stärkere Frühförderung. Bleibt alles wie bisher, wird sich der Trend zu Klassenwiederholungen und Lernschwierigkeiten voraussichtlich verschärfen.






