13 March 2026, 16:12

Berliner Staatsoper plant sechs Neuproduktionen und Asien-Tournee für 2027

Ein Vintage-Plakat, das die Oper "Wien, du Stadt Meiner Träume" von Rudolf Sieczynski ankündigt, mit einem Stadtbild-Hintergrund und beschreibendem Text.

Was die Staatsoper für die nächste Saison geplant hat - Berliner Staatsoper plant sechs Neuproduktionen und Asien-Tournee für 2027

Die Berliner Staatsoper Unter den Linden hat ein ehrgeiziges Programm für die kommende Spielzeit vorgestellt. Trotz finanzieller Herausforderungen wird das Haus sechs Neuproduktionen uraufführen und selten gespielte Werke auf die Bühne bringen. Zudem steht eine große internationale Tournee an, die das Ensemble erstmals seit Jahren nach Asien führen wird.

Die Ankündigung folgt auf ein gestiegenes Interesse an der Oper, ausgelöst durch jüngste Äußerungen des Schauspielers Timothée Chalamet über diese Kunstform. Seine Aussagen erregten sogar die Aufmerksamkeit von Generalmusikdirektor Christian Thielemann, der dem Star eine persönliche Einladung aussprach.

Die Spielzeit 2027 eröffnet mit einem besonderen Konzert: Beethovens Neunter Sinfonie. Das Werk steht im Zeichen des 200. Todestags des Komponisten. Das Programm umfasst zudem selten gehörte Opern wie Engelbert Humperdincks Königskinder (1910), das Thielemann im Mai dirigieren wird. Er bezeichnete das Stück als eine persönliche Leidenschaft und ein Werk, das auf großen Bühnen nur selten zu erleben ist.

Weitere Höhepunkte sind Giacomo Puccinis Manon Lescaut (1893) und Gaspare Spontinis La Vestale (1807). Diese Produktionen ergänzen die sechs geplanten Neuinszenierungen der Spielzeit. Über Berlin hinaus gastiert die Staatsoper in Shanghai, gefolgt von einer Tournee durch Japan und Taiwan. Solche internationalen Auftritte sind ungewöhnlich – in den vergangenen fünf Jahren hat kein anderes Opernhaus ein Programm der Berliner Staatsoper gezeigt.

Chalamets öffentliche Wertschätzung für die Oper löste branchenweite Diskussionen aus. Intendantin Elisabeth Sobotka begrüßte die unerwartete Aufmerksamkeit und betonte, wie seine Äußerungen sowohl die Opern- als auch die Ballettszene bewegten. Thielemann ging noch einen Schritt weiter und lud den Schauspieler zu einer Vorstellung von Tristan ein – ein Zeichen für die Offenheit des Hauses gegenüber neuen Zielgruppen.

Die kommende Spielzeit der Staatsoper verbindet künstlerischen Mut mit finanzieller Realität. Seltene Werke, ein Beethoven-Jubiläumskonzert und die Asien-Tournee prägen das Programm. Gleichzeitig hat Chalamets Einfluss der klassischen Musik neue Sichtbarkeit verschafft und das Interesse an den Plänen des Hauses geweckt.

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