17 February 2026, 18:35

Besorgniserregende Chemikalie aus Sonnencreme in 92 Prozent der Kinder-Urinproben nachgewiesen

Ein Plakat mit zwei Kindern, die in einer Badewanne spielen, eines sitzt und eines steht mit einem Gegenstand in der Hand, neben einem Paar Hausschuhe auf dem Boden, mit der Aufschrift "Ich habe Pears-Seife für die Hände und den Teint unübertroffen gefunden."

Umweltbehörde: Schädliche Substanz in Urin von fast allen Kindern gefunden - Besorgniserregende Chemikalie aus Sonnencreme in 92 Prozent der Kinder-Urinproben nachgewiesen

Ein bedenklicher Chemikalienstoff, der mit der Verwendung von Sonnencreme in Verbindung gebracht wird, ist weiterhin im Urin deutscher Kinder und Jugendlicher nachweisbar. Tests aus dem Jahr 2025 wiesen die Substanz in 92 Prozent der Proben nach – teilweise in Konzentrationen, die die Sicherheitsgrenzen überschreiten. Bereits vor zwei Jahren hatten Behörden erstmals vor der Belastung gewarnt.

Erstmals auf das Problem aufmerksam wurde man 2024, als das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen MnHexP in 61 Prozent der Urinproben von Kindern fand. Bei dieser Chemikalie handelt es sich um ein Abbauprodukt des inzwischen verbotenen Weichmachers DnHexP, das auf einen UV-Filter in Sonnencremes zurückgeführt wird: Diethylamino-Hydroxybenzoyl-Hexyl-Benzoat (DHHB).

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2025 sammelte das Umweltbundesamt (UBA) weitere Proben während des Frühlings und Sommers. Die Ergebnisse zeigten MnHexP bei 92 Prozent der Teilnehmenden – zwei Kinder wiesen dabei Werte von 83 bzw. 107 Mikrogramm pro Liter auf, deutlich über dem vom UBA als sicher eingestuften Referenzwert von 60 Mikrogramm. Trotz dieser Befunde treten strengere EU-Grenzwerte für DnHexP in Sonnencremes erst im Januar 2027 in Kraft.

Das UBA rät dennoch weiterhin zum Einsatz von Sonnencreme, um Hautkrebs vorzubeugen. Die anhaltende Belastung mit MnHexP bei jungen Menschen bleibt jedoch besorgniserregend.

Die Kontamination offenbart eine Lücke zwischen den aktuellen Sicherheitsvorkehrungen und den Risiken bestimmter Sonnencreme-Inhaltsstoffe. Bis die verschärften EU-Regelungen 2027 greifen, wird die Exposition mit MnHexP voraussichtlich anhalten. Die Warnungen des UBA unterstreichen die Notwendigkeit kontinuierlicher Überwachung und öffentlicher Aufklärung.