Brüder kämpfen gegen Abschiebung nach Tod ihres Bruders durch Polizei
Hellmuth OrtmannBrüder kämpfen gegen Abschiebung nach Tod ihres Bruders durch Polizei
Zwei Brüder, denen die Abschiebung aus Deutschland drohte, haben in ihrem Rechtsstreit vorläufig Recht erhalten. Sidy und Lassana Dramé, deren Aufenthaltstitel eigentlich hätten erlöschen sollen, dürfen nun bis zum 31. Januar 2026 bleiben. Im Mittelpunkt ihres Kampfes steht der ungeklärte Tod ihres Bruders Mouhamed Lamine Dramé, der 2022 bei einem Polizeieinsatz erschossen wurde.
Mouhamed Lamine Dramé wurde am 8. August 2022 von Beamten während einer psychischen Krise getötet. Seine Brüder stellen seitdem den Polizeieinsatz infrage und werfen den Behörden vor, die Lage falsch gehandhabt zu haben. Sie legen Berufung gegen den Freispruch der beteiligten Polizisten ein und wollen an künftigen Gerichtsverfahren teilnehmen.
Das Ausländeramt in Dortmund hatte zunächst eine Verlängerung der Aufenthaltstitel abgelehnt und begründete dies mit fehlenden Bleiberechtsgründen. Ihre Anwältin, Lisa Grüter, bestätigte die Entscheidung, betonte jedoch, dass die Titel später doch verlängert wurden – wenn auch ohne Rückgabe der Pässe. Die Behörden bleiben dennoch bei ihrer Haltung.
Unterstützer argumentieren, dass Sidy und Lassana Dramé eine zentrale Rolle in der anhaltenden juristischen und politischen Aufarbeitung des Schusswaffeneinsatzes spielen. Die Brüder haben sich in Nordrhein-Westfalen ein Leben aufgebaut und erhalten Jobangebote, doch die Ausländerbehörde zeigt sich unnachgiebig.
Ihre Aufenthaltstitel gelten nun bis Anfang 2026, doch ihre Zukunft in Deutschland bleibt ungewiss. Sollte ihre Berufung erfolgreich sein, wollen sie sich an weiteren Verfahren beteiligen. Bis dahin behalten die Behörden ihre Pässe ein – und eine Abschiebung bleibt möglich.






