Brüder von Mouhamed Dramé kämpfen um Gerechtigkeit und Bleiberecht in Dortmund
Anto SchülerDortmund-Allianz kämpft um Wohnsicherheit für Dramé-Brüder - Brüder von Mouhamed Dramé kämpfen um Gerechtigkeit und Bleiberecht in Dortmund
Zwei Brüder, Sidy und Lassana Dramé, sind nach Dortmund gereist, um am Prozess über den Tod ihres Bruders Mouhamed teilzunehmen. Der 16-Jährige war 2022 von einem Polizisten der Borussia Dortmund erschossen worden, der Notwehr geltend machte. Nun legen sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Familie Dramé gegen den Freispruch der beteiligten Beamten Berufung ein.
Im Juni 2022 wurde Mouhamed Dramé getötet, nachdem ein Beamter der Borussia Dortmund das Feuer eröffnet hatte – dieser gab an, einen Angriff befürchtet zu haben. Das Landgericht Dortmund entschied später, dass der Polizist und vier Kollegen der Borussia Dortmund rechtmäßig gehandelt hätten. Das Urteil löste umgehend Berufungen der Staatsanwaltschaft und der Familie des Jugendlichen aus.
Sidy und Lassana Dramé, die seit dem Vorfall in Dortmund leben, stehen nun vor einer ungewissen Zukunft. Ihre Aufenthaltsgenehmigungen sind abgelaufen, sodass sie in einer rechtlichen Grauzone leben. Trotzdem haben sie sich in der Stadt ein neues Leben aufgebaut, besuchen Sprachkurse und haben sogar Arbeitsangebote erhalten.
Ein lokales Bündnis hat sich eingeschaltet und einen offenen Brief an die Behörden verfasst, in dem es fordert, den Brüdern einen sicheren Aufenthaltsstatus zu gewähren. Die Gruppe argumentiert, dass ihr Verbleib in Dortmund sowohl ein Zeichen der Solidarität als auch eine Notwendigkeit für die fortlaufende Erinnerungskultur sei. Zu ihren Forderungen gehören langfristige Aufenthaltslösungen und Arbeitserlaubnisse.
Nach deutschem Recht müssen Berufungen innerhalb einer Woche nach dem Urteil eingereicht werden, doch der weitere Prozess hat keinen festen Zeitrahmen. Während einige Verfahren etwa sechs Monate dauern, sind im Fall Dramé noch keine offiziellen Schritte bestätigt worden.
Die Brüder bleiben vorerst in Dortmund, während die juristischen Auseinandersetzungen andauern. Ihr Verbleib hängt von den Entscheidungen über ihren Aufenthaltsstatus und dem Ausgang der Berufung ab. Unterdessen setzen sich lokale Aktivistinnen und Aktivisten dafür ein, dass sie in der Stadt bleiben können, in der sie begonnen haben, ihr Leben neu aufzubauen.






