Brüder vor Gericht: Illegale Krähenfalle im Wald entdeckt und angeklagt
Hellmuth OrtmannBrüder vor Gericht: Illegale Krähenfalle im Wald entdeckt und angeklagt
Zwei Brüder aus Preußisch Oldendorf müssen sich wegen des Vorwurfs vor Gericht verantworten, in einem Waldgebiet eine illegale Krähenfalle aufgebaut zu haben. Der große, selbstgebaute Käfig war im Januar 2024 von Tierschützern entdeckt worden, woraufhin die Behörde Ermittlungen einleitete. Die Behörde bestätigte später, dass die Falle funktionsfähig war – entgegen den Behauptungen des beschuldigten Jägers, sie sei unbrauchbar gewesen.
Bei dem verbotenen Käfig handelte es sich um eine Konstruktion, die Vögel durch eine schmale, trichterförmige Öffnung anlocken sollte. Einmal im Inneren, konnten die Tiere aufgrund ihrer Flügelspannweite nicht mehr entkommen. Wildkameras, die am Tatort installiert waren, halfen den Ermittlern, die Verdächtigen zu identifizieren: einen 67-jährigen Jäger und seinen Bruder. Der Jäger hatte das Grundstück, auf dem die Falle aufgestellt war, offenbar gepachtet.
Seit 2021 haben Naturschutzverbände wie der NABU bundesweit über 1.200 ähnliche Fälle illegaler Vogelfallen dokumentiert. Besonders betroffen ist Nordrhein-Westfalen, wo es unter anderem in der Nähe von Meppen, Osnabrück und im Teutoburger Wald zu Vorfällen kam. Zwischen 2023 und 2025 wurden in diesen Regionen Dutzende solcher Fallen entdeckt und demontiert.
Der bevorstehende Prozess am Amtsgericht Lübbecke wird sich mit den Beweggründen für die Straftat befassen. Die Behörde wies die Aussage des Jägers, der Käfig sei nicht funktionsfähig gewesen, zurück und verwies auf gegenteilige Beweise.
Der Fall wirft ein Licht auf die anhaltenden illegalen Fangaktivitäten trotz bundesweiter Verbote. Das Gericht wird über die Konsequenzen für die beiden Brüder entscheiden. Bei einer Verurteilung drohen ihnen Strafen nach den Bestimmungen des Artenschutzrechts.






