BVB vor Führungswechsel: Watzke wird Präsident – doch die Rheinmetall-Kritik bleibt
Anto SchülerBVB-Mitglieder entscheiden über Watzkes neue Rolle - BVB vor Führungswechsel: Watzke wird Präsident – doch die Rheinmetall-Kritik bleibt
Borussia Dortmund steht vor einem bedeutenden Führungswechsel auf der anstehenden Mitgliederversammlung. Nach über 20 Jahren als langjähriger Geschäftsführer wird Hans-Joachim Watzke von seinem Posten zurücktreten. Sein Wechsel ins Präsidentenamt gilt nun als so gut wie sicher, nachdem der aktuelle Amtsinhaber seine Kandidatur zurückgezogen hat.
Doch die Versammlung könnte auch tiefere Spannungen innerhalb des Vereins offenlegen. Ein umstrittenes Sponsoringabkommen mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall hat in den letzten Monaten viele Mitglieder verärgert.
Watzke wird seinen aktuellen Posten am Sonntag offiziell niederlegen. Unmittelbar danach wird er als einziger Kandidat für die Präsidentschaft des BVB-Trägervereins antreten. Der amtierende Präsident Reinhold Lunow hat sich bereits aus der Wahl zurückgezogen, sodass Watzke ohne Gegenkandidaten bleibt.
Der Wechsel war zwar erwartet worden, doch die Mitgliederversammlung könnte dennoch zeigen, wie groß die Unzufriedenheit unter den Mitgliedern tatsächlich ist. Ein zentraler Streitpunkt ist die Partnerschaft des Vereins mit Rheinmetall, einem Rüstungsunternehmen. Fans und Friedensaktivisten protestieren seit Jahren gegen die Kooperation und argumentieren, sie stehe im Widerspruch zu den Werten Dortmunds.
Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner:innen (DFG-VK) hat den Widerstand angeführt und vor den Champions-League-Finals Unterschriften gesammelt. Kritiker verweisen auf Rheinmetalls Waffenexporte in autoritäre Regime. Kein anderer großer deutscher Fußballverein sieht sich mit vergleichbaren öffentlichen Protesten gegen Sponsorenverträge konfrontiert.
Watzkes Wahl zum Präsidenten scheint zwar unausweichlich, doch die Abstimmung könnte die breitere Unzufriedenheit der Mitglieder widerspiegeln. Das Rheinmetall-Sponsoring bleibt ein Zankapfel, und Aktivisten drängen weiterhin auf eine Beendigung der Partnerschaft. Das Ergebnis der Sonntagsversammlung wird zeigen, ob das Thema innerhalb des Vereins weiter an Fahrt aufnimmt.