12 March 2026, 10:09

CDU in der Kritik: Sexismus-Vorwürfe gegen Hagel entfachen neue Debatte über Wahlkampfmethoden

Ein deutscher Propagandaplakat für die Nazi-Partei mit zwei Männern auf einem Sofa, mit Text, der Informationen über die Partei enthält.

CDU in der Kritik: Sexismus-Vorwürfe gegen Hagel entfachen neue Debatte über Wahlkampfmethoden

Die CDU steht nach der Veröffentlichung eines Videos aus dem Jahr 2018 durch die grüne Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer erneut in der Kritik wegen ihrer Wahlkampfmethoden. In der Aufnahme beschreibt Kanzlerkandidat Manuel Hagel die "rehbraunen Augen" und "braunen Haare" einer 16-jährigen Schülerin – Äußerungen, die Mayer als sexistisch brandmarkte. Der Vorfall hat die Debatte über die umstrittene Rhetorik der Partei bei Angriffen auf politische Gegner neu entfacht.

Der Streit fällt in eine Reihe aggressiver CDU-Strategien, die von früheren Angriffen auf die doppelte Staatsbürgerschaft bis hin zur jüngsten Zusammenarbeit mit der rechtsextremen AfD bei der Bundestagswahl 2025 reichen.

Auslöser der aktuellen Kontroverse war Mayers Veröffentlichung des Videos, in dem Hagel von einem Treffen mit der damaligen Schülerin Eva erzählt. Mayer warf ihm vor, sich unangemessen auf das Aussehen des Mädchens konzentriert zu haben. CDU-Vertreter warfen Mayer und den Grünen daraufhin vor, eine "Schmutzkampagne" zu betreiben, und behaupteten, das Video sei aus dem Zusammenhang gerissen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die CDU für ihre Wahlkampfmethoden kritisiert wird. 1994 verspottete die Partei die SPD mit dem Bild einer einzelnen roten Socke auf der Wäscheleine. Vier Jahre später, während des Landtagswahlkampfs 1998 in Hessen, startete sie eine Petition gegen die doppelte Staatsbürgerschaft. 2008 warnte die CDU vor einer "links-rot-grünen Blockade" in Hessen – eine Taktik, die sie in späteren Kampagnen wiederholte.

Zu den jüngeren Kontroversen gehört die Diffamierung von Robert Habecks Heizungsgesetz als "Energiestasi" und "Heizungsverbot". Zudem nutzte die Partei einen rechtswidrigen Polizeieinsatz in einer TV-Debatte gegen Olaf Scholz für politische Zwecke aus. Ein CDU-Politiker schlug vor, deutsche Kinder bei der IT-Ausbildung vor ausländischen Fachkräften zu bevorzugen, mit den Worten: "Statt Inder sollten unsere Kinder am Computer sitzen."

Frühere Kampagnen richteten sich auch gegen Einzelpersonen, etwa gegen die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf nach ihrer Nominierung für das Bundesverfassungsgericht. Die CDU verbreitete zudem unbelegte Behauptungen, etwa dass Asylbewerber Deutschen Zahnarzttermine wegnehmen würden. In den 1990er-Jahren warfen CDU-Politiker SPD-Mitgliedern öffentlich vor, Geld aus der DDR angenommen zu haben.

Bei der Bundestagswahl 2025 kooperierte die Partei gezielt mit der AfD, was die Vorwürfe strategischer Bündnisse weiter anheizte. Trotz der Kritik betont die CDU, ihr Fokus liege auf sachpolitischen Debatten und nicht auf persönlichen Angriffen.

Die aktuelle Auseinandersetzung um Hagels Äußerungen reiht sich ein in eine lange Liste umstrittenen CDU-Wahlkampfgebarens. Von persönlichen Attacken bis zu politischer Angstmache – die Methoden der Partei haben immer wieder für Gegenwind gesorgt. Der anhaltende Streit mit den Grünen zeigt, wie frühere Aussagen bis heute politische Grabenkämpfe prägen.

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