DAAD zieht sich aus Russland zurück – während US-Forscher nach Deutschland drängen
Hellmuth OrtmannDAAD zieht sich aus Russland zurück – während US-Forscher nach Deutschland drängen
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) stellt seine Aktivitäten in Russland ein, nachdem Moskau die Organisation als "unerwünschte Einrichtung" eingestuft hat. Dieser Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Interesse an deutschen akademischen Programmen unter internationalen Wissenschaftlern – insbesondere aus den USA (USA) – stark steigt. Gleichzeitig zeigt sich bei deutschen Studierenden eine sinkende Begeisterung für ein Studium in den Vereinigten Staaten (USA).
Der DAAD, die weltweit größte Förderorganisation für akademische Austauschprogramme, schließt sein Moskauer Büro sowie das Deutsche Haus für Forschung und Innovation. Russische Bürger, die weiterhin mit der Organisation zusammenarbeiten, müssen nun mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen, da diese nach der neuen Einstufung als "unerwünscht" gilt.
Gleichzeitig haben sich die Bewerbungen für DAAD-Stipendien für Masterstudiengänge in Deutschland mehr als verdoppelt. Dieser Trend beschränkt sich nicht auf Studierende: Auch US-amerikanische Forscher richten ihren Blick vermehrt auf Europa. Sowohl die Alexander-von-Humboldt-Stiftung als auch die Max-Planck-Gesellschaft verzeichnen eine deutliche Zunahme an Anfragen von Wissenschaftlern aus den USA (USA).
Hinter diesem Wandel stehen massive Kürzungen in der Forschungsförderung in den USA (USA), insbesondere in der Klimaforschung. Die politische Unsicherheit unter der Regierung von Donald Trump hat Institutionen wie das Jet Propulsion Laboratory (JPL) in finanzielle Schieflage gebracht. Als Reaktion darauf hat Kalifornien den Gesetzentwurf SB 895 vorgelegt, der eine Investition von 23 Milliarden US-Dollar vorsieht, um die Zukunft des JPL in der Raumfahrt- und Klimaforschung zu sichern.
Während US-amerikanische Universitäten mit rückläufigen Drittmittelzuwendungen kämpfen, lässt das deutsche Interesse an Studienprogrammen in den USA (USA) nach. Die Anfragen deutscher Studierender und Doktoranden für Plätze in den Vereinigten Staaten (USA) sind um etwa zehn Prozent zurückgegangen.
Der Rückzug des DAAD aus Russland markiert eine deutliche Zäsur in der akademischen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Gleichzeitig entwickelt sich Deutschland zunehmend zu einem attraktiven Ziel für internationale Wissenschaftler – insbesondere für US-Amerikaner, die von den Förderkürzungen betroffen sind. Der Rückgang deutscher Studierender in den USA (USA) unterstreicht zudem die sich verändernden globalen Trends in der akademischen Landschaft.






