Dagmar Frederic kritisiert fehlende Vielfalt im deutschen Schlager-Fernsehen
Oswin MosemannDagmar Frederic kritisiert fehlende Vielfalt im deutschen Schlager-Fernsehen
Dagmar Frederic, seit sechs Jahrzehnten eine Institution der Schlagerszene, hat sich zur mangelnden Vielfalt in deutschen Schlager-Fernsehshows geäußert. In jüngsten Interviews kritisierte die Sängerin Produzenten dafür, immer wieder dieselben Stars einzuladen, während sie beliebte Moderatoren wie Florian Silbereisen und Giovanni Zarrella in Schutz nahm.
Frederic, bekannt für ihre Schlager-Klassiker, Musical-Auftritte und Chansons, war selbst nie in den Sendungen von Andrea Kiewel, Silbereisen oder Zarrella zu Gast. Dennoch macht sie nicht die Moderatoren für die sich wiederholenden Gäste-Listen verantwortlich, sondern sieht die Redaktionsteams als die eigentlichen Entscheidungsinstanz hinter den Buchungen.
Die 83-jährige Künstlerin ist nach wie vor aktiv und gibt bis zu 60 Live-Auftritte pro Jahr. Ihre Karriere umfasst 60 Jahre, doch sie hat stets auf ihre Unabhängigkeit Wert gelegt – so erklärte sie bereits 2018, sie werde nicht "kriechen", um Fernsehauftritte zu ergattern.
Das deutsche Schlager-Fernsehen wird derzeit von mindestens zehn großen Formaten dominiert. Silbereisen moderiert vier davon, darunter Schlagerchampions und das Adventsfest der 100.000 Lichter, während Zarrella sechs Shows leitet, etwa Die große Sommerparty sowie sein Live-Special im April. Zarrellas Sendungen auf ZDF und ARD zählen zu den quotenträchtigsten und übertreffen Silbereisens Formate 2026 sogar zahlenmäßig.
Jenseits der Branchenkritik sorgte Frederic kürzlich mit einer schlagfertigen Bemerkung über ihren Ehemann für Schlagzeilen – ein Beweis dafür, dass ihr markanter Humor ungebrochen ist.
Ihre Äußerungen unterstreichen die seit Langem bestehende Debatte um mehr Abwechslung in der Schlager-Programmgestaltung. Während Silbereisens und Zarrellas Shows die Einschaltquoten anführen, bleibt die Diskussion über die Gäste-Auswahl aktuell. Frederic selbst bleibt derweil auf der Bühne präsent und beweist damit ihre anhaltende Strahlkraft im Genre.






