Deutschlands Internetwirtschaft droht der Kollaps durch Rechenzentrums-Engpässe bis 2030
Oswin MosemannDeutschlands Internetwirtschaft droht der Kollaps durch Rechenzentrums-Engpässe bis 2030
Deutschlands Internetwirtschaft steht vor einem rasanten Wachstum: Die Umsätze sollen von 245 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf 389 Milliarden Euro bis 2030 steigen. Dieser Aufschwung, angetrieben durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz, hängt jedoch von einer zentralen Herausforderung ab: der Bereitstellung ausreichender Rechenzentrumskapazitäten, um die stark steigende Nachfrage zu decken.
Laut dem Branchenverband eco wird die deutsche Internetwirtschaft in den nächsten fünf Jahren ein jährliches Wachstum von 9,7 Prozent verzeichnen. Treibende Kräfte sind die digitale Transformation und die zunehmende Nutzung von KI. Doch ohne schnelles Handeln droht Deutschland im internationalen Wettbewerb – etwa mit den USA – zurückzufallen.
Bis 2030 wird sich die IT-Anschlussleistung deutscher Rechenzentren voraussichtlich um etwa 50 Prozent erhöhen, von 2,4 auf 3,7 Gigawatt. Doch die Nachfrage könnte das Angebot um das Drei- bis Fünffache übersteigen. Der eco-Verband warnt: Fehlende Kapazitäten könnten dazu führen, dass Rechenprozesse ins Ausland verlagert werden – und damit Deutschlands digitale Souveränität untergraben.
Oliver Süme, Vorsitzender des eco-Verbands, fordert die Politik zum Eingreifen auf. Er nennt drei zentrale Hindernisse: den zögerlichen Ausbau der Glasfasernetze, die langsame Digitalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie mangelnde Plattformkompetenz. Zudem setzt sich der Verband für eine gesicherte Versorgung der Rechenzentren mit bezahlbarem und zuverlässigem Strom ein.
Süme betont: Werden diese Probleme nicht gelöst, droht nicht nur eine Stagnation des Internetwirtschafts-Wachstums, sondern auch ein Verlust an globaler Wettbewerbsfähigkeit im digitalen Markt.
Entscheidend für die Zukunft der deutschen Internetwirtschaft ist die Überwindung kritischer Infrastrukturengpässe. Falls Rechenzentrumskapazitäten und Energieversorgung nicht Schritt halten, könnten Unternehmen gezwungenermaßen Rechenleistungen ins Ausland verlagern. Diese Entwicklung würde bis 2030 sowohl das Wirtschaftswachstum als auch die digitale Autonomie des Landes gefährden.






