Digitalpakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang
Klothilde BergerDigitalpakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang
DigitalPakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen die Einigung – doch die Mängelliste bleibt lang
Solingen – Nach über einem Jahr Stillstand gibt es endlich Bewegung bei der digitalen Ausstattung der Schulen: Bund und Länder haben sich auf den DigitalPakt 2.0 verständigt. In Solingen wird die Entscheidung grundsätzlich begrüßt – doch von Euphorie kann keine Rede sein. Zu viele Baustellen gibt es noch, zu viele Geräte liegen seit Langem kaputt in den Regalen.
Schulen in Solingen kämpfen mit veralteter und defekter Digitaltechnik. In vielen Klassenzimmern sind die Tablets zersprungen, die Laptops veraltet und nicht mehr unterstützt, während Reparaturen oder Ersatz monatelang auf sich warten lassen. Nun soll ein neues Förderprogramm Abhilfe schaffen – doch Zweifel an der Wirksamkeit bleiben.
Bund und Länder haben den DigitalPakt 2.0 besiegelt, ein Programm, das die technische Ausstattung der Schulen modernisieren soll. Damit reagieren sie auf jahrelange Unterfinanzierung, die Schulen wie denen in Solingen veraltete und unzuverlässige Geräte hinterlassen hat. Der Pakt bietet fünf Jahre Planungssicherheit – für die Verantwortlichen vor Ort ein entscheidender Schritt für eine nachhaltige Modernisierung.
Doch die Mittel fallen deutlich knapper aus als erwartet. Das Budget des DigitalPakt 2.0 ist deutlich kleiner als das seines Vorgängers, was Zweifel aufkommen lässt, ob damit spürbare Verbesserungen möglich sind. Kritiker wie der Verband Bildung und Erziehung (VBE) betonen, dass der bloße Austausch alter Geräte nicht ausreicht. Gefordert werden moderne Unterrichtsmethoden, eine KI-taugliche Infrastruktur und bessere Fortbildungen für Lehrkräfte. Ein weiteres Problem ist die Verwendung der Bundesmittel durch die Länder: Einige könnten ihre eigenen Ausgaben kürzen, indem sie die neuen Gelder anrechnen – am Ende bliebe für die Schulen weniger übrig.
Der VBE drängt auf schnellere, bürokratiearme Förderverfahren und frühzeitige Gespräche über einen DigitalPakt 3.0, um künftige Engpässe zu vermeiden. In Solingen wird der neue Pakt zwar als Fortschritt gewertet, doch die Skepsis bleibt. Die Schulen in der Stadt leiden seit Jahren unter den Missständen – und die neuen Mittel decken bei Weitem nicht alle Lücken.
Unterdessen stellte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil am 23. September 2025 den Haushaltsentwurf für 2026 vor – mit 520,5 Milliarden Euro geplanter Ausgaben, aber auch klaren finanziellen Grenzen.
Der DigitalPakt 2.0 bietet zwar einen Rahmen für die Verbesserung der Schulinfrastruktur, doch das begrenzte Budget und mögliche Schlupflöcher werfen Fragen auf. Schulen in Solingen und bundesweit brauchen zuverlässige Geräte, moderne Netzwerke und qualifiziertes Personal. Ohne weitere Maßnahmen drohen erneut Förderlücken – und damit weitere Verzögerungen.






