01 February 2026, 02:13

Dorothee Bär erhält Karnevalsorden – und stichelt gegen Friedrich Merz

Ein Blatt mit der Überschrift "Karneval in Paris von Louis Morin" in fetter Schrift, das farbenfrohe Illustrationen von Menschen in bunten Karnevalskostümen und Masken zeigt, umgeben von detailreichen Entwürfen.

Dorothee Bär erhält den Orden gegen Tierernst - Dorothee Bär erhält Karnevalsorden – und stichelt gegen Friedrich Merz

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär ist bei einer Karnevalsveranstaltung in Aachen mit dem Orden gegen den tierischen Ernst ausgezeichnet worden. Die seit 1950 vom Aachener Karnevalsverein verliehene Ehrung würdigt Humor und Menschlichkeit im öffentlichen Leben. In ihrer Dankesrede bezog sich Bär auf aktuelle politische Debatten – darunter die umstrittene Äußerung von Bundeskanzler Friedrich Merz zum "städtischen Milieu" aus dem Oktober 2025.

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Zu den früheren Preisträgern des Ordens zählen prominente Persönlichkeiten wie die Bundeskanzler Konrad Adenauer und Helmut Schmidt. Bär erhielt die Auszeichnung für ihre Fähigkeit, politische Ernsthaftigkeit mit Witz zu verbinden – eine Eigenschaft, die sie auch in ihrer Rede unter Beweis stellte.

Mit spielerischem Unterton schlug sie vor, Merz sei vielleicht für eine Reise zum Mond geeignet – fügte aber schnell hinzu, sein "Gewicht werde auf der Erde gebraucht". Der Scherz spielte auf die anhaltende Diskussion über Merzs Migrationspolitik an, die er später präzisierte: Gemeint seien Migranten ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus, die weder arbeiteten noch sich an alemannische Gesetze hielten.

Bär relativierte zudem die Bedeutung des Begriffs "städtisches Milieu" und betonte, dass es auf die grundsätzliche Haltung eines Politikers ankomme, nicht auf Formulierungen. Lobend erwähnte sie Merzs Umgang mit dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump – ein Beispiel für diplomatisches Geschick, wie sie hervorhob.

Die Kontroverse um das "städtische Milieu" war im Oktober 2025 durch Merzs ursprüngliche Aussage entfacht worden. In den folgenden Monaten gab es jedoch keine nennenswerten öffentlichen Reaktionen von politischen Gegnern oder Medien.

Die Preisverleihung in Aachen setzte den jüngsten politischen Debatten eine heitere Note auf. Bärs Äußerungen blieben humorvoll, griffen aber indirekt auch Merzs alemannische Politik auf. Die Veranstaltung zeigte einmal mehr, wie Satire und Politik in der deutschen Karnevalszeit oft verschmelzen.