27 February 2026, 08:09

DuMont übernimmt Kölnische Rundschau – was das für die Redaktion bedeutet

Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Schlagzeile "Weitpreubliche Zeitung", die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung zeigt, die feierlich wirkt.

DuMont übernimmt Kölnische Rundschau – was das für die Redaktion bedeutet

DuMont übernimmt redaktionelle Verantwortung für die Kölnische Rundschau

Zum 31. März 2023 übernimmt der DuMont-Verlag die redaktionelle Leitung der Kölnische Rundschau von Heinen-Verlag. Der Schritt markiert einen tiefgreifenden Wandel für die traditionsreiche Zeitung, die künftig unter dem Dach ihres ehemaligen Konkurrenten, der Mediengruppe Kölner Stadt-Anzeiger, erscheinen wird. Bereits jetzt gibt es Bedenken hinsichtlich möglicher Stellenstreichungen und der Zukunft des Redaktionsteams.

Mit der Übernahme geht die volle inhaltliche Verantwortung für die Kölnische Rundschau auf DuMont über, einschließlich der redaktionellen Ausrichtung. Der Verlag kündigte an, innerhalb der Kölner Stadt-Anzeiger-Struktur eine eigene Chefredaktion für das Blatt zu berufen. Trotz der Veränderungen betonte DuMont, die Unabhängigkeit der Zeitung zu wahren, indem sie in das regionale Mediengefüge der bestehenden Marke eingegliedert wird.

Zudem übernimmt DuMont die Anteile Heinens an der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft, dem gemeinsamen Redaktionsnetzwerk, das einen Großteil der lokalen Inhalte für sowohl die Kölnische Rundschau als auch den Kölner Stadt-Anzeiger produziert. Der Verlag bestätigte, dass die Zeitung weiterhin in Print- und Digitalform erscheinen wird.

Die Übernahme stößt jedoch auf Kritik seitens der Mediengewerkschaften. Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (DJU) berichtete, dass rund 50 Redakteure, die zuvor bei Heinen-Verlag beschäftigt waren, mit Wirkung zum 31. März 2026 entlassen wurden. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) in Nordrhein-Westfalen warnte, dass bei einer vollständigen Einstellung der Zeitung mindestens 30 Journalistenstellen verloren gehen könnten.

DuMont wies Vorwürfe massiver Stellenabbaupläne zurück. Stattdessen verwies das Unternehmen auf geplante digitale Initiativen, durch die voraussichtlich etwa 30 neue Stellen entstehen sollen. Christoph Bauer, Vorstandsvorsitzender von DuMont, unterstrich die Bedeutung der Kölnische Rundschau als unverzichtbare regionale Stimme.

Die Kölnische Rundschau wird künftig in die Mediengruppe des Kölner Stadt-Anzeiger integriert, wobei ein neues Redaktionsteam und eine digitale Expansion geplant sind. Während DuMont die Zukunft der Zeitung sichern will, bleiben die Gewerkschaften besorgt über die Auswirkungen auf die Beschäftigung. Der Verlag sicherte zu, sowohl die Print- als auch die Digitalausgabe des Blattes weiterzuführen.

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