Düren deckt mit MISSIMO massiven Kindergeldbetrug auf – 16.000 Euro zurückgefordert
Hellmuth OrtmannDüren deckt mit MISSIMO massiven Kindergeldbetrug auf – 16.000 Euro zurückgefordert
Düren geht als eine der ersten Städte Deutschlands gegen Kindergeldbetrug vor – mit dem neuen Projekt MISSIMO. Ziel der Initiative sind Familien, die weiterhin Leistungen beziehen, obwohl ihre Kinder bereits nicht mehr im Land leben. Nach Fällen, in denen Kinder an ihren gemeldeten Wohnsitzen nicht auffindbar waren, werden die Behörden nun aktiv.
Das MISSIMO-Projekt bündelt die Kräfte des Familienkassenamts, der örtlichen Polizei, des regionalen Jobcenters und der Stadtverwaltung. Im Fokus stehen Familien, bei denen der Verdacht besteht, dass sie Kindergeld 2025 für Kinder erhalten, die sich seit mehr als sechs Monaten nicht mehr in Deutschland aufhalten. Warnsignale für möglichen Betrug sind langfristige Schulfehlzeiten, nicht wahrgenommene Arzttermine oder fehlende Anzeichen, dass Kinder an der angegebenen Adresse leben.
In der ersten Phase des Projekts wurden 13 Fälle mit 32 vermissten Kindern aufgedeckt. Die Ermittlungen führten zu einer vorläufigen Rückforderungsforderung in Höhe von 16.000 Euro und stoppten weitere Auszahlungen im sechsstelligen Bereich. Der betrügerische Bezug von Kindergeld gilt in Deutschland als Steuerhinterziehung und ist damit eine Straftat – die Behörden sind verpflichtet, jeden Verdachtsfall an die zuständige Stelle zu melden.
In Düren stammen viele Hinweise von der Task Force für Problemimmobilien, die Auffälligkeiten meldet. Während andere Regionen in Nordrhein-Westfalen, wie etwa der Kreis Unna, ähnliche Maßnahmen vorbereiten, zählt Düren zu den ersten Kommunen, die MISSIMO konkret umsetzen.
Das Projekt hat bereits Gelder zurückgeholt und weitere unberechtigte Zahlungen verhindert. Durch die Kombination von Datenabgleichen und Vor-Ort-Kontrollen soll sichergestellt werden, dass Kindergeld nur an Berechtigte fließt. Bei bestätigten Betrugsfällen werden rechtliche Schritte eingeleitet.






