Düsseldorfer Brustzentrum schließt: 'Was soll ich tun, wenn ich Krebs erneut bekomme?'
Hellmuth OrtmannDüsseldorfer Brustzentrum schließt: 'Was soll ich tun, wenn ich Krebs erneut bekomme?'
Düsseldorfs Luisenkrankenhaus schließt bis Ende 2025 – 700 Patientinnen vor dem Wechsel
Das Düsseldorfer Luisenkrankenhaus, eine spezialisierte Klinik für Brustkrebs, wird bis Ende Dezember 2025 seine Türen schließen. Die Entscheidung wirft rund 700 Patientinnen in die Unsicherheit, viele zeigen sich bestürzt über die plötzliche Veränderung. Auch Mitarbeiter:innen und Gewerkschaften kritisieren die kurze Vorlaufzeit und mangelnde Transparenz im Prozess.
Erst im März erfuhr die Klinikleitung von der Schließung, als das Ministerium die Auflösung bestätigte. Trotz Gegenwehr wurde die Stilllegung besiegelt; die offizielle Mitteilung an das Personal erfolgte Mitte November. Nun stehen über 50 Ärzt:innen, Pflegekräfte und medizinische Fachangestellte vor ungewisser Zukunft – sie bemängeln die unklare Kommunikation während des gesamten Verfahrens.
Besonders betroffen sind Patientinnen wie die 77-jährige Karin Rinklake, die seit 14 Jahren als Krebsüberlebende gilt. Viele fürchten, die persönliche Betreuung zu verlieren, die im Luisenkrankenhaus stets im Mittelpunkt stand: Einfühlungsvermögen und Zeit für individuelle Behandlung wurden hier großgeschrieben. Die Schließung ist Teil der bundesweiten Krankenhausreform, die kleinere Einrichtungen zugunsten größerer, kosteneffizienterer Zentren zusammenlegt. Die meisten Betroffenen sollen ins Brustkrebszentrum am Marien Hospital Düsseldorf verlegt werden, eine langjährige Partnerklinik. Die medizinische Leitung übernehmen dort Dr. Susanne Findt und Jens-Peter Kruse. Doch die Gewerkschaft ver.di zweifelt an, ob umliegende Kliniken alle Patientinnen ohne Qualitätsverluste aufnehmen können. Frauen, die sich bereits in Therapie befinden, müssen sich nun mitten im Behandlungsverlauf auf neue Ärzt:innen und Pläne einstellen.
Mit der Schließung des Luisenkrankenhauses endet eine Ära der hochangesehenen Brustkrebsversorgung. Während Patientinnen den Wechsel in neue Einrichtungen bewältigen müssen, suchen Mitarbeiter:innen nach Alternativen. Wie sich die Reform auf Behandlungsstandards und das Vertrauen der Patientinnen auswirkt, bleibt abzuwarten.






