Düsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild kommt – doch Anwohner protestieren
Anto SchülerDüsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild kommt – doch Anwohner protestieren
Düsseldorf stellt Pläne für neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk vor
Am Donnerstagabend wird Düsseldorf die Pläne für ein neues Drogenberatungs- und Konsumraumzentrum im Stadtteil Oberbilk vorstellen. Das Projekt orientiert sich am sogenannten Zürcher Modell, das darauf abzielt, drogenbedingte Herausforderungen durch kontrollierte Konsumräume zu bewältigen. Anwohner und Schulen haben gegen den gewählten Standort bereits massiven Widerstand angemeldet.
Die schwarz-grüne Koalition der Stadt hat für die Initiative in diesem Jahr 3,3 Millionen Euro im Haushalt eingeplant. Die Verantwortlichen argumentieren, das Zentrum werde die Sicherheit rund um den Hauptbahnhof und angrenzende öffentliche Bereiche verbessern.
Die geplante Einrichtung soll ein breites Angebot umfassen, darunter Beratungsgespräche, medizinische Grundversorgung und psychiatrische Unterstützung. Der Betrieb soll im Rahmen eines gestuften, modularen Ansatzes noch in diesem Sommer aufgenommen werden. Das Modell basiert auf den Erfahrungen aus Zürich, wo feste Konsumräume mit hygienischen Standards betrieben werden und die Polizei innerhalb dieser Zonen Drogenhandel duldet. Außerhalb dieser Bereiche gelten dagegen strikte Null-Toleranz-Regeln für öffentlichen Konsum und Verkauf.
Die Ablehnung des Projekts wächst rasant: Die Bürgerinitiative Eisenstraße hat bereits über 2.200 Unterschriften gegen die Pläne gesammelt. Kritiker werfen dem Vorhaben vor, geltendes Recht zu verletzen, und fordern stattdessen mehr polizeiliche Präsenz. Trotz der Bedenken betont die Stadt, der Konsumraum werde offene Drogenszenen zurückdrängen und die öffentliche Sicherheit erhöhen.
An der Donnerstagsveranstaltung werden Vertreter aus der Sozialberatung und der Straßenarbeit teilnehmen, um Fragen und Sorgen der Anwohner zu beantworten. Langfristig strebt Düsseldorf eine Übertragung des Zürcher Ansatzes an – konkrete Erfolgsindikatoren für die Stadt stehen jedoch noch aus.
Das Oberbilker Zentrum markiert den ersten großen Schritt Düsseldorfs zur Übernahme des Zürcher Modells in der Drogenpolitik. Bei Umsetzung würden kontrollierte Konsumzonen mit verschärften Kontrollen im umliegenden öffentlichen Raum kombiniert. Die Ergebnisse der Donnerstagsdebatte könnten entscheiden, ob das Projekt vorankommt oder weitere Verzögerungen drohen.