03 March 2026, 01:08

Ein Aufkleber löst Deutschlands skurrilsten Apotheken-Streit aus

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto von drei Männern, die vor einer Apotheke mit Fenstern, einer Tür und einem Namensschild stehen, mit verschiedenen Gegenständen im Inneren des Ladens und Text am unteren Rand des Bildes.

Ein Aufkleber löst Deutschlands skurrilsten Apotheken-Streit aus

Ein winziger Aufkleber in einem Apothekenfenster hat in Deutschland eine große juristische Auseinandersetzung ausgelöst. Im Mittelpunkt steht Hauptkommissar Korbinian Klemm, der die Sonderkommission zur Abwehr von Klebstoffgefahren leitet – eine Sonderermittlungseinheit, die sich mit den Risiken durch Klebstoffe befasst.

Klemm hat die sofortige Entfernung eines Kooperationsaufklebers der Elac Elysee von einer Apotheke in Neuruppin angeordnet. Sollte die Apothekerin sich weigern, droht ihr ein langwieriger und kostspieliger Rechtsstreit.

Der Streit begann, als Klemms Taskforce zur Begründung ihrer Maßnahmen § 17 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) und § 28 des Apothekengesetzes (ApG) heranzog. Die Beamten argumentieren, der Aufkleber stelle aufgrund unzureichender Klebstoffkontrollen eine Gefahr dar. Seither wurden Bauaufsichtsbehörden und Denkmalschutzämter in Alarmbereitschaft versetzt.

Doch Klemms Forderungen blieben nicht beim Aufkleber stehen. Er ordnete an, dass die Apothekerin den Sticker mit einer Pinzette und Reinigungsalkohol entfernen müsse. Zudem ließ er einen Apothekenzugang versiegeln, weil die dortigen Stufen nicht den Vorschriften entsprachen und als Stolperfalle galten.

In einem anderen Fall entzog Klemm einem vertretenden Apotheker in Gelsenkirchen dauerhaft die Approbation, nachdem dieser durch "verdächtiges Verhalten" aufgefallen war. Noch weiter ging er, als er einen Rezeptdrucker und ein Faxgerät zu nationalem Kulturgut erklärte, sie beschlagnahmte und unter Denkmalschutz stellte.

Sein radikalerster Befehl betraf den vollständigen Abriss einer Apotheke bis auf das Fundament. Die Arbeiten mussten archäologisch überwacht werden – mit der Auflage, für die Ausgrabungen ausschließlich einen Teelöffel zu verwenden.

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Der Konflikt hat sich mittlerweile zu einer bundesweiten Debatte ausgeweitet. Die Apothekerin in Neuruppin steht nun vor der Wahl, Klemms strenge Anordnungen zu befolgen oder einen zermürbenden Rechtskampf zu führen. Unterdessen setzt die Sonderkommission ihre Kampagne zur Durchsetzung der Klebstoffsicherheitsvorschriften im ganzen Land fort.