27 March 2026, 00:12

Erster hochradioaktiver Castor-Transport erreicht Ahaus unter Protesten

Eine große Gruppe von Menschen marschiert mit Schildern und Fahnen auf einer Straße während einer Demonstration gegen Atomkraft in Deutschland, mit Fahrzeugen auf der rechten Seite und Gebäuden, Laternen, Bäumen und einem Bogen im Hintergrund.

Erster hochradioaktiver Castor-Transport erreicht Ahaus unter Protesten

Der erste von 152 geplanten Atomtransporte traf am frühen Mittwochmorgen in Ahaus ein. Die Lieferung enthielt hochradioaktives Material aus dem stillgelegten AVR-Reaktor in Jülich und markierte den Beginn einer umstrittenen Aktion. Proteste und ein großes Polizeiaufgebot begleiteten die 170 Kilometer lange Fahrt, die bereits am Dienstagabend begonnen hatte.

Der Konvoi verließ das Forschungszentrum Jülich gegen 10 Uhr morgens unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Eine lange Kette von Demonstranten säumte die Strecke über mehrere Kilometer. Rund 2.400 Polizeibeamte waren im Einsatz, und der Polizeisprecher Patrick Schlüter bezeichnete den Zeitpunkt der Aktion als "unglücklich gewählt".

Der Castor-Behälter, beladen mit 288.161 Brennelementen und 124 Graphitkugeln aus dem AVR-Reaktor (in Betrieb von 1967 bis 1988), erreichte sein Ziel in den frühen Morgenstunden des Mittwochs. Während des Transports gab es keine Zwischenfälle. Das Zwischenlager in Ahaus liegt etwa zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.

Hanna Poddig, die eine Protestmahnwache organisiert hatte, verhandelte mit der Polizei, um Demonstranten die Anreise mit dem Fahrrad zu ermöglichen. Sie forderte, alle Atomtransporte zu stoppen, bis ein Endlager gefunden sei. Innenminister Herbert Reul räumte die Sorgen der Bevölkerung ein, äußerte aber die Hoffnung auf einen "Gewöhnungseffekt" im Laufe der Zeit – künftig könnten bis zu drei Castor-Transporte gleichzeitig unterwegs sein.

Dieser Transport folgt einem Testtransport im Jahr 2023, der in Düsseldorf-Stockum eine Pause einlegte. Während frühere Routen für Atommüll in Deutschland Standorte wie Brokdorf einschlossen, wurden für die Strecke Jülich–Ahaus keine Zwischenstopps bestätigt. Die erste große Atommüll-Lieferung nach Ahaus erfolgte vor fast 28 Jahren.

Die Ankunft des ersten Castor-Behälters beendet die erste Phase einer langfristigen Operation. Mit 151 weiteren geplanten Transporten bleiben Behörden und Protestierende in Streit über Sicherheit und Zeitplan. Das Zwischenlager in Ahaus wird bis zur Einrichtung eines Endlagers weiter als Provisorium dienen.

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