22 January 2026, 04:28

EU debattiert über Gen-Pflanzen: Bayer warnt vor Agrar-Krise und US-Konflikt

Eine Karte der Vereinigten Staaten, die den prozentualen Anteil des Winterweizens in jedem Landkreis anzeigt, mit grünen und weißen Bereichen, die die Daten anzeigen, und zusätzlichem Text oben und unten.

Topmanager fürchtet wirtschaftlichen Graben zum USA - EU debattiert über Gen-Pflanzen: Bayer warnt vor Agrar-Krise und US-Konflikt

EU erlaubt Import von 98 gentechnisch veränderten Pflanzen – doch ihr direkter Einsatz in Lebensmitteln bleibt verboten

Aktuell wird diskutiert, ob die Vorschriften für neue genomische Techniken (NGT) gelockert werden sollen, um Nutzpflanzen besser an den Klimawandel anzupassen. Matthias Berninger, Chef-Lobbyist des Konzerns Bayer, warnt, dass Europas landwirtschaftliche Zukunft – und damit auch das Verhältnis zu den USA – auf dem Spiel stehe.

Die Haltung der EU zu gentechnisch veränderten Pflanzen bleibt streng: Zwar dürfen 98 gentechnisch modifizierte Sorten, darunter Soja, Mais und Raps, importiert werden, doch für den direkten Verzehr sind sie nicht zugelassen. Nun prüft die EU eine Deregulierung bestimmter geneditierter Pflanzen, die auch auf natürlichem Wege entstehen könnten. Eine Abstimmung im Parlament ist für März 2026 geplant. Weizen ist jedoch noch nicht Teil der Debatte – obwohl Ernteausfälle durch den Klimawandel bereits Sorgen bereiten.

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Berninger, Bayer-Vertreter in Brüssel, argumentiert, dass Europa neue agrartechnologische Methoden annehmen müsse, um den Weizenanbau zu sichern. Ohne sie drohten langfristig massive Produktionsrückgänge, die nicht nur Europa, sondern auch Teile Afrikas treffen würden. Zudem warnt er vor einer Entfremdung zwischen Europa und den USA, deren gemeinsame Einflussnahme für die globale Stabilität entscheidend sei. Bayer, ein führender Anbieter von Agrarchemikalien, hat selbst mit Herausforderungen zu kämpfen: Nach der Übernahme von Monsanto 2018 belasteten Milliardenverluste durch US-Klagen wegen des Unkrautvernichters Glyphosat das Unternehmen. Doch jüngste juristische Erfolge trieben den Aktienkurs nach oben.

Für Berninger bietet die Agrarbiotechnologie Europa die Chance, seine Stärken zu nutzen – vorausgesetzt, regulatorische Hürden werden abgebaut. Gleichzeitig betont er, dass Europa vermeiden müsse, zum Ziel US-amerikanischer Kritik zu werden. Stattdessen solle man sich auf die eigenen Vorteile konzentrieren und Schwächen offen angehen. Ein Zusammenbruch der transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen, so seine Warnung, würde die europäische Wirtschaft schwer treffen.

Die Entscheidung der EU über geneditierte Pflanzen wird die Zukunft der Landwirtschaft prägen. Bleiben die Regeln zu restriktiv, könnte Europas Wettbewerbsfähigkeit leiden. Zugleich könnte das Ergebnis der Debatte auch die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu den USA beeinflussen.