Europas Energiewende: Wie LNG, Kapazitätsmärkte und CO₂-Preise die Zukunft prägen
Klothilde BergerEuropas Energiewende: Wie LNG, Kapazitätsmärkte und CO₂-Preise die Zukunft prägen
Europas Energielandschaft steht vor tiefgreifenden Veränderungen, während neue Politiken und Markttrends Gestalt annehmen. Auf der E-world, der größten europäischen Energiefachmesse, werden Experten diese Entwicklungen ausführlich erörtern. Die Veranstaltung findet vom 10. bis 12. Februar 2023 in Essen statt und zieht über 900 Akteure aus der Energie- und Wasserwirtschaft an.
Die Analysten Joel Hancock und Jean-Louis Malon präsentieren Sonderberichte zum Gasmarkt und zum deutschen Stromsektor. Ihre Einschätzungen umfassen alles – von Lieferprognosen bis hin zu den Auswirkungen neuer Regulierungen.
Seit Russland 2022 die Pipeline-Gaslieferungen gedrosselt hat, hat Europa seine Abhängigkeit von Flüssigerdgas (LNG) rasant erhöht. Die Importe stiegen von etwa 120 Milliarden Kubikmetern (Mrd. m³) im Jahr 2022 auf voraussichtlich über 150 Mrd. m³ bis 2025. Dieser Anstieg geht auf neue Regasifizierungsterminals zurück – die jährlich etwa 50 Mrd. m³ zusätzliche Kapazität schaffen – sowie auf langfristige Verträge mit den USA, Katar und Norwegen. Laut Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) und der EU-Kommission werden sich die LNG-Importe bis 2029 auf 160 bis 180 Mrd. m³ pro Jahr einpendeln, da erneuerbare Energien und Effizienzmaßnahmen die Gesamtnachfrage senken.
Der europäische Gasmarkt steuert zudem auf eine Überversorgungsphase zu. Bis zum Sommer 2026 wird erwartet, dass sich der TTF-Gasreferenzpreis bei durchschnittlich 28 Euro pro Megawattstunde (MWh) einpendelt. Gleichzeitig dürften die CO₂-Preise im EU-Emissionshandel (EU-ETS) 2026 im Schnitt 85 Euro pro Tonne erreichen. Dieser Anstieg ist auf strengere Klimavorgaben und die Reduzierung kostenloser Zertifikate für die Industrie zurückzuführen.
Europa unternimmt Schritte, um seine Energiesicherheit langfristig zu gewährleisten. Ein neuer Kapazitätsmarkt, der 2027 an den Start geht, soll das sogenannte "Missing-Money"-Problemfür Stromerzeuger lösen. Das System bietet Energieversorgern und Betreibern thermischer Kraftwerkeplanbare Einnahmenund sichert so die nationale Versorgung. AuchSpeicherkapazitätenundGroßbatterienwerden von der neuen Marktgestaltung profitieren – etwa durchEnergiespeicherarbitrage, Systemdienstleistungen und Kapazitätszahlungen*.
Für Entwickler erneuerbarer Energien könnte die gemeinsame Nutzung von Standorten mit steuerbaren Assets – wie Gaskraftwerken oder Batteriespeichern – die wirtschaftliche Stabilität verbessern. Stabile Einnahmen aus Kapazitätsmärkten könnten zudem ihre Finanzierbarkeit weiter stärken.
Auf der Messe werden Experten diese Entwicklungen detailliert aufschlüsseln und Fragen aus dem Publikum beantworten. Im Mittelpunkt stehen Anpassungsstrategien für Unternehmen in einem sich wandelnden Energiemarkt.
Der anstehende Kapazitätsmarkt in Europa und die verschobenen Gasversorgungsdynamiken werden die europäische Energiebranche neu prägen. Die E-world bietet eine Plattform, auf der Branchenführer diese Veränderungen und ihre praktischen Konsequenzen diskutieren. Mit über 900 teilnehmenden Fachleuten werden die Debatten voraussichtlich Handlungsempfehlungen für den Umgang mit dem sich wandelnden Markt liefern.






