Evonik nutzt US-Zölle als Chance trotz finanzieller Verluste
Evonik nutzt US-Zölle als Chance trotz finanzieller Verluste
Deutscher Chemiekonzern Evonik spürt gemischte Auswirkungen der US-Zölle auf seine Produkte
Während einige Geschäftsbereiche des Unternehmens unter den Importabgaben leiden, profitiert Evonik gleichzeitig von einem nachlassenden Wettbewerb. Nun prüft der Konzern Möglichkeiten, um Verluste auszugleichen und die Marktveränderungen für sich zu nutzen.
Die USA hatten Zölle von 25 Prozent auf bestimmte organische Chemikalien verhängt, darunter Methacrylsäure und -ester, die unter die HTSUS-Kategorie 2916.14 fallen. Zusätzlich wurden im Rahmen der von der Trump-Administration zwischen 2018 und 2019 eingeführten Section-301-Zölle auf anorganische Chemikalien und Polymere weitere Abgaben von 10 bis 25 Prozent erhoben. Diese Maßnahmen zielten vor allem auf Spezialchemikalien und Hochleistungsmaterialien ab und betrafen Evoniks Importe aus China und Europa. Einige der Zölle bleiben auch unter der Biden-Regierung mindestens bis 2025 bestehen.
Trotz dieser Herausforderungen bleibt Evoniks direkte Betroffenheit begrenzt. Das Unternehmen stellt einen Großteil seiner Chemikalien lokal in den USA her und ist dadurch weniger von Importen abhängig. Gleichzeitig haben die Zölle die Konkurrenz durch chinesische Hersteller geschwächt – was Evoniks Marktposition potenziell stärkt.
Als Reaktion prüft der Konzern nun mögliche Entschädigungsforderungen. Dabei könnte es um einen Betrag im unteren zweistelligen Millionenbereich gehen. Evonik setzt sich weiterhin für offene Märkte und freien Welthandel ein, auch wenn es sich mit den Folgen protektionistischer Maßnahmen auseinandersetzen muss.
Evoniks Strategie vereint Maßnahmen zur Schadensbegrenzung mit der Nutzung der durch die Zölle entstandenen Marktchancen. Die lokale Produktion in den USA hilft, direkte finanzielle Einbußen zu begrenzen, während der Rückgang der chinesischen Konkurrenz die geschäftlichen Aussichten verbessern könnte. Rechtliche und finanzielle Schritte zur Rückforderung von Verlusten werden derzeit geprüft.
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