09 January 2026, 12:14

Evonik unter Druck: Analysten warnen vor strukturellen Schwächen und Chinas Überkapazitäten

Eine Flasche kühles Getränk mit dem Wort "RISK" darauf, das ein Bild eines Mannes in rotem Hemd und Hut zeigt.

Evonik unter Druck: Analysten warnen vor strukturellen Schwächen und Chinas Überkapazitäten

Die Aussichten für Evonik haben sich weiter eingetrübt, nachdem Analysten ihre Prognosen drastisch nach unten korrigiert und vor wachsenden Risiken gewarnt haben. Der deutsche Chemiekonzern steht zunehmend unter Druck durch Überkapazitäten in China – insbesondere in seinem Kerngeschäft mit Methionin. Während einige Banken weiterhin eine neutrale Einschätzung vertreten, haben andere ihre Bewertung deutlich verschärft und fordern von der Unternehmensführung entschlossenes Handeln.

Am 7. Januar stufte die Privatbank Berenberg Evonik auf "Verkaufen" herab und verwies dabei auf grundlegende Schwächen im Geschäftsmodell. Das Institut senkte sein Kursziel von 14,60 Euro auf 11,60 Euro – ein Zeichen für die wachsende Skepsis. Ein KI-gestütztes Analysewerkzeug des Hauses identifizierte bei sieben von zehn zentralen Kennziffern des Unternehmens negative Preistrends.

Chinas Methionin-Produktion übersteigt die heimische Nachfrage mittlerweile um das 2,5-Fache – ein Überangebot, das die globalen Preise unter Druck setzt. Diese Überkapazitäten haben Analysten veranlasst, ihre Prognosen für das operative Ergebnis (EBITDA) in den Jahren 2026 und 2027 zu reduzieren. Für 2027 liegt die Schätzung nun bei 1,77 Milliarden Euro – rund 10 Prozent unter dem Marktconsensus. Trotz eines Aktienkurses nahe dem 52-Wochen-Tief von 12,83 Euro bleibt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) mit über 63 ungewöhnlich hoch. Einige Experten halten mittlerweile eine Zerschlagung des Konzerns für notwendig, um strukturelle Probleme zu lösen. Währenddessen behalten die Deutsche Bank und Barclays ihre "Halten"-Empfehlung bei, hat Morgan Stanley die Aktie kürzlich auf "Marketperform" hochgestuft.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Anleger richten ihren Blick vor allem auf das Kursziel von Berenberg in Höhe von 11,60 Euro, wobei die Abwärtsrisiken die Diskussionen dominieren. Das hohe KGV und die schwache Gewinnperspektive verstärken die Bedenken. Ohne entschlossene Maßnahmen der Führung könnte die Profitabilität von Evonik durch Chinas Überproduktion und den Preisdruck weiter leiden.