Felix Banaszak will Männer mit feministischen Ideen für die Grünen gewinnen
Hellmuth OrtmannFelix Banaszak will Männer mit feministischen Ideen für die Grünen gewinnen
Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der Grünen, setzt sich für offenere Diskussionen über Männlichkeit und Geschlechterrollen ein. Zu seinen jüngsten Initiativen gehören Besuche in Männer-Selbsthilfegruppen sowie die Forderung nach geschützten Räumen, in denen Männer sich mit diesen Themen auseinandersetzen können. Der Vorstoß erfolgt zu einer Zeit, in der die politischen Debatten um Geschlecht und Identität vor den Europawahlen 2024 zunehmend polarisieren.
Banaszak hat in der Vergangenheit mehrfach versucht, Männer für feministische Ideen zu gewinnen. Im Februar gab er der Playboy ein Interview, in dem er Geschlechternormen als einschränkend für Männer und Frauen gleichermaßen darstellte. Später besuchte er Vaterwelten in Krefeld, eine Organisation, die Geburtsvorbereitungskurse für Väter anbietet, und forderte eine bessere Förderung solcher Projekte.
Sein Ansatz hat sich nach Kritik leicht gewandelt. Während er anfangs eine konfrontative Haltung einnahm, räumt er nun ein, dass eine Mischung aus Wohlwollen und Herausforderung wirkungsvoller sein könnte. Dies folgte auf einen Social-Media-Beitrag, in dem er im Namen der Männer Scham über die Missbrauchsvorwürfe gegen den Schauspieler Christian Ulmen äußerte.
Die Debatte über Männlichkeit hat an politischer Brisanz gewonnen. Bei der letzten Bundestagswahl wählten Männer unter 24 Jahren häufiger die rechtspopulistische AfD als ihre Altersgenossinnen, die sich eher für Mitte-links-Parteien entschieden. Unterdessen schlug der AfD-Politiker Maximilian Krah kürzlich in einem Wahlkampfvideo vor, junge Männer, die Schwierigkeiten haben, Partnerinnen zu finden, sollten „nach rechts“ tendieren.
Banaszaks eigene Ablehnung traditioneller Geschlechtererwartungen zeigt sich auch in seinem persönlichen Stil. Sein Büro ist pink gestrichen – eine Farbe, die er offen bevorzugt – und er verweist auf den Torwart Tim Wiese, der vor zwei Jahrzehnten ebenfalls Pink trug, ohne auf Widerstand zu stoßen. Der Vergleich unterstreicht, wie langsam sich Einstellungen zur Männlichkeit ändern.
Banaszaks Engagement für Männerräume innerhalb der Grünen spiegelt einen breiteren Versuch wider, politisches Engagement im Kontext von Geschlecht neu zu definieren. Seine Besuche in Unterstützungsgruppen und öffentlichen Stellungnahmen zielen darauf ab, mehr Männer in feministische Diskurse einzubinden. Ob dieser Ansatz Wahlverhalten oder gesellschaftliche Einstellungen verändern wird, bleibt abzuwarten.






