Feuriges Finale: Köln und Düsseldorf verbrennen ihre Karnevals-Sündenböcke
Anto SchülerNubbel-Verbrennung markiert Ende des Straßenkarnevals in Köln - Feuriges Finale: Köln und Düsseldorf verbrennen ihre Karnevals-Sündenböcke
Köln und Düsseldorf beenden den Karneval mit traditionellen Strohpuppenverbrennungen
Mit den rituellen Verbrennungen ihrer Strohfiguren haben Köln und Düsseldorf das Ende des Karnevals eingeläutet. Die tief in der regionalen Kultur verwurzelten Bräuche leiten die Fastenzeit ein, indem sie symbolisch die Gemeinschaft von Missetaten reinigen. Jede Stadt hält dabei an eigenen Traditionen fest – eine Mischung aus uralten Riten und modernen Feiern.
In Köln versammelten sich die Menschen, um den Nubbel zu verbrennen, eine Strohpuppe, die während des Karnevals über Kneipentüren hing. Die Figur steht für die kollektiven Sünden der närrischen Tage, und ihre feurige Vernichtung soll sie sühnend tilgen. Der Brauch geht auf vorchristliche Fruchtbarkeitsriten zurück, die ursprünglich das Ende des Winters und den Frühlingsbeginn markierten. Im Mittelalter wurde er in den Karneval integriert und diente dazu, das Böse vor der Fastenzeit zu vertreiben.
Auf der anderen Rheinseite, in Düsseldorf, findet ein ähnliches Ritual mit Hoppeditz statt, einer weiteren Strohfigur. Auch sie wird am Aschermittwoch verbrannt und symbolisiert damit das Ende des Karnevals sowie den Beginn der Fastenzeit. Anders als der Nubbel soll Hoppeditz jedoch jedes Jahr am 11. November zurückkehren – dem offiziellen Startschuss für die neue Karnevalssaison.
Die Nubbel-Verbrennung ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil des rheinischen Karnevals. Beide Traditionen spiegeln die lange Verschmelzung heidnischer und christlicher Bräuche in der Region wider und halten die Geschichte in einem lebendigen, feurigen Spektakel am Leben.
Mit der Verbrennung von Nubbel und Hoppeditz geht der Karneval in Köln und Düsseldorf zu Ende. Diese von Jahrhunderten geprägten Rituale verbinden die Gemeinschaften noch immer in einem gemeinsamen Moment der Besinnung und Erneuerung. Während die Figuren zu Asche zerfallen, rückt nun die besinnliche Fastenzeit in den Mittelpunkt.






