Forscher züchten umweltfreundliche Pestizide mit Bakterien – ein Durchbruch für die Landwirtschaft
Hellmuth OrtmannForscher züchten umweltfreundliche Pestizide mit Bakterien – ein Durchbruch für die Landwirtschaft
Ein Forschungsteam der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf hat ein Projekt gestartet, um umweltfreundliche Pestizide mithilfe von Bakterien herzustellen. Die Arbeitsgruppe PyreComm wird in den nächsten fünf Jahren an der Entwicklung eines nachhaltigen Bioprozesses arbeiten. Die Finanzierung der Initiative stammt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Herstellung von Pyrethrinen – natürlichen Bio-Pestiziden, die in der Dalmatinischen Insektenblume vorkommen. Diese Verbindungen wirken effektiv gegen Schädlinge, bauen sich in der Natur jedoch schnell ab und sind für Säugetiere nur geringfügig giftig. Das Team will das Bakterium Vibrio natriegens so modifizieren, dass es Pyrethrin-Verbindungen effizient produziert.
Mithilfe von metabolischer Modellierung und präzisen Messtechniken sollen mikrobielle Gemeinschaften so gestaltet werden, dass sie eine maximale Ausbeute liefern. Die Bakterien werden in Bioreaktoren gezüchtet und mit holzbasierten Rohstoffen versorgt, wodurch landwirtschaftliche Abfälle in die Pestizidproduktion einfließen. Dieser Ansatz fördert eine Kreislaufwirtschaft, indem erneuerbare Ressourcen genutzt und Abfälle reduziert werden.
PyreComm ist Teil der Nationalen Bioökonomiestrategie Deutschlands, die nachhaltige Wirtschaftsweisen vorantreibt. Das Projekt erhält rund 2,7 Millionen Euro im Rahmen der Initiative „Kreative Nachwuchstalente für die Bioökonomie“. Unter der Leitung von Dr. Wilken arbeiten sowohl Nachwuchswissenschaftler als auch erfahrene Forscher zusammen, um technische und organisatorische Herausforderungen zu bewältigen.
Die Initiative steht im Einklang mit der EU-Farm-to-Fork-Strategie, die eine schnellere Zulassung nachhaltiger Agrarlösungen fördert. Bei Erfolg könnte das Verfahren eine skalierbare, halb-synthetische Methode zur Herstellung umweltfreundlicher Pestizide bieten. Das Projekt könnte so zu gesünderen Ernährungssystemen und einer geringeren Umweltbelastung beitragen.
