Fünf Jahre Haft für tödlichen Angriff auf Straßenfest in Düsseldorf
Oswin MosemannFrau absichtlich überfahren: Fünf Jahre Haft - Fünf Jahre Haft für tödlichen Angriff auf Straßenfest in Düsseldorf
Ein 22-jähriger Mann ist zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, weil er bei einem Straßenfest in Düsseldorf vorsätzlich die Tante seiner Partnerin überfahren hat. Die Tat ereignete sich am 7. September 2022, und das Gericht stellte fest, dass er mit Tötungsabsicht handelte. Der Fall hat seitdem eine hitzige öffentliche Debatte über kulturelle Praktiken und rechtliche Maßstäbe in Deutschland entfacht.
Der Vorfall begann auf einem Düsseldorfer Straßenfest, wo der Angeklagte die Frau mit seinem Auto überfuhr, als sie wehrlos am Boden lag. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, er habe sie töten wollen, woraufhin der Vorwurf des versuchten Totschlags erhoben wurde. Das Gericht folgte dieser Einschätzung und verurteilte ihn zu fünf Jahren Haft sowie zur Zahlung von 9.000 Euro Schmerzensgeld.
Das Opfer war die Tante der Partnerin des Angeklagten, mit der er zwei Kinder hat und nach romani-rechtlicher Ehe – einer traditionellen Ehe nach Romani-Brauch – verheiratet war. Dieser Umstand stand im Mittelpunkt des Prozesses, da Medien wie Der Spiegel und Bild später die Behandlung kultureller Traditionen im Spannungsfeld mit der Gleichberechtigung der Geschlechter durch das Gericht kritisierten. Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil am 15. Januar 2026, doch die Entscheidung löste seitdem Forderungen nach einer Gesetzesreform aus.
Während des Prozesses spitzten sich die Spannungen zu, gipfelnd in einer Massenschlägerei im Gerichtsgebäude. Dabei wurden mehrere Personen verletzt, darunter auch Sicherheitskräfte. Aufgrund anhaltender Familienfehden wurde die Sicherheit für die Urteilsverkündung verstärkt.
Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre und sechs Monate Haft gefordert, während der Anwalt des Opfers sechs Jahre und acht Monate sowie 24.000 Euro Schadensersatz verlangte. Der Verteidiger des Angeklagten kündigte nun Berufung an und plädierte für eine Bewährungsstrafe. Er verwies auf die sechs Monate Untersuchungshaft seines Mandanten und dessen Rolle als junger Vater als mildernde Umstände.
Der Fall hat tiefe Gräben in der öffentlichen Meinung hinterlassen und die Debatte neu entfacht, wie das deutsche Recht mit traditionellen Ehen umgehen soll. Während der Bundestag nun mögliche Reformen prüft, bleibt die Herausforderung, kulturelle Anerkennung mit verfassungsrechtlichem Schutz in Einklang zu bringen. Das Berufungsverfahren wird zeigen, ob das Urteil gemildert oder bestätigt wird.






