Gedenkmarsch in Dortmund: Fünf Obdachlose starben diesen Winter – Initiative fordert Kältebus und Würde
Hellmuth OrtmannGedenkmarsch in Dortmund: Fünf Obdachlose starben diesen Winter – Initiative fordert Kältebus und Würde
Dortmunder Initiative plant Gedenkmarsch für fünf Obdachlose, die diesen Winter starben
Eine Dortmunder Initiative organisiert einen Gedenkmarsch, um fünf Obdachlose zu ehren, die in diesem Winter ums Leben kamen. Bei der Veranstaltung wird zudem bessere Unterstützung gefordert – darunter ein Kältebus und ein Ende der Strafmaßnahmen gegen das Schlafen im Freien. Die Organisator:innen sehen einen direkten Zusammenhang zwischen diesen Todesfällen und der Behandlung obdachloser Menschen durch die Stadt.
Die Initiative "Schlafen statt Strafen" wurde 2023 gegründet, um sich für sicherere Lebensbedingungen einzusetzen. Seither wurden in Dortmund zwölf neue Notunterkünfte eröffnet: vier auf dem Gelände der ehemaligen Lohmann-Werke, drei in der Nähe des Westfalenparks, zwei in Gemeinschaftszentren in der Nordstadt sowie drei in kirchlichen Einrichtungen in Eving und Brackel.
Eines der Opfer, Marlies S., eine ehemalige Sozialarbeiterin, starb im Februar, nachdem sie wegen städtischer Vorschriften ihren Schlafplatz wechseln musste. Die Initiative macht die Dortmunder Politik gegen Obdachlosigkeit direkt für ihren Tod verantwortlich. Sie kritisiert, dass Bußgelder für Schwarzfahren und Verbote des Schlafens im öffentlichen Raum die Krise verschärfen.
Stefan Cramer lebt seit neun Jahren auf Dortmunder Straßen und übernachtet derzeit in einem Abstellraum. Er hofft, bald eine eigene Wohnung zu bekommen. Sein Appell an die Stadt ist einfach: "Mietet mehr Wohnungen an und stellt sie Bedürftigen zur Verfügung."
Die Dortmunder Polizei betont, ihr Vorgehen balanciere zwischen Ordnungsmaßnahmen und Hilfsangeboten. Doch die Initiative besteht darauf, dass mehr getan werden muss. Zu ihren Forderungen gehören mehr öffentliche Toiletten, Notunterkünfte ohne Zugangsbeschränkungen sowie ganzjährig geöffnete Wärmehallen.
Der Gedenkmarsch soll an die Verstorbenen erinnern – und gleichzeitig langfristige Veränderungen vorantreiben. Das Ziel der Initiative ist klar: Obdachlose mit Würde behandeln und ihnen sicheren, stabilen Wohnraum bieten. Zwar zeigen Stadtverantwortliche zunehmend Sensibilität, doch Aktivist:innen fordern konkrete Taten statt Worte.






