08 February 2026, 14:24

Gedenkmarsch in Dortmund: Fünf Obdachlose starben diesen Winter – Initiative fordert Kältebus und Würde

Eine Gruppe von Menschen marschiert eine baumbestandene Straße entlang und hölt ein Transparent mit der Aufschrift "Klima-Krise ist eine Krise", mit Gebäuden und Fahrzeugen im Hintergrund unter einem sichtbaren Himmel.

Gedenkmarsch in Dortmund: Fünf Obdachlose starben diesen Winter – Initiative fordert Kältebus und Würde

Dortmunder Initiative plant Gedenkmarsch für fünf Obdachlose, die diesen Winter starben

Eine Dortmunder Initiative organisiert einen Gedenkmarsch, um fünf Obdachlose zu ehren, die in diesem Winter ums Leben kamen. Bei der Veranstaltung wird zudem bessere Unterstützung gefordert – darunter ein Kältebus und ein Ende der Strafmaßnahmen gegen das Schlafen im Freien. Die Organisator:innen sehen einen direkten Zusammenhang zwischen diesen Todesfällen und der Behandlung obdachloser Menschen durch die Stadt.

Die Initiative "Schlafen statt Strafen" wurde 2023 gegründet, um sich für sicherere Lebensbedingungen einzusetzen. Seither wurden in Dortmund zwölf neue Notunterkünfte eröffnet: vier auf dem Gelände der ehemaligen Lohmann-Werke, drei in der Nähe des Westfalenparks, zwei in Gemeinschaftszentren in der Nordstadt sowie drei in kirchlichen Einrichtungen in Eving und Brackel.

Eines der Opfer, Marlies S., eine ehemalige Sozialarbeiterin, starb im Februar, nachdem sie wegen städtischer Vorschriften ihren Schlafplatz wechseln musste. Die Initiative macht die Dortmunder Politik gegen Obdachlosigkeit direkt für ihren Tod verantwortlich. Sie kritisiert, dass Bußgelder für Schwarzfahren und Verbote des Schlafens im öffentlichen Raum die Krise verschärfen.

Stefan Cramer lebt seit neun Jahren auf Dortmunder Straßen und übernachtet derzeit in einem Abstellraum. Er hofft, bald eine eigene Wohnung zu bekommen. Sein Appell an die Stadt ist einfach: "Mietet mehr Wohnungen an und stellt sie Bedürftigen zur Verfügung."

Die Dortmunder Polizei betont, ihr Vorgehen balanciere zwischen Ordnungsmaßnahmen und Hilfsangeboten. Doch die Initiative besteht darauf, dass mehr getan werden muss. Zu ihren Forderungen gehören mehr öffentliche Toiletten, Notunterkünfte ohne Zugangsbeschränkungen sowie ganzjährig geöffnete Wärmehallen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Gedenkmarsch soll an die Verstorbenen erinnern – und gleichzeitig langfristige Veränderungen vorantreiben. Das Ziel der Initiative ist klar: Obdachlose mit Würde behandeln und ihnen sicheren, stabilen Wohnraum bieten. Zwar zeigen Stadtverantwortliche zunehmend Sensibilität, doch Aktivist:innen fordern konkrete Taten statt Worte.