08 February 2026, 10:20

Geisterparade feiert 35 Jahre mit Protest und Karnevalsflair in Köln

Eine Gruppe von Menschen, die auf einer Straße neben einem Lastwagen mit bunten Luftballons gehen, mit Schildern an Pfählen an der Straße und Bäumen und Gebäuden im Hintergrund, was auf eine Pride-Parade in Paris hindeutet.

Geisterparade feiert 35 Jahre mit Protest und Karnevalsflair in Köln

Kölner Geisterparade feiert 35. Jubiläum mit tausenden Teilnehmern auf den Straßen

Was 1991 als Friedensdemo begann, ist heute eine bunte Mischung aus Karneval und politischem Protest: Die Kölner Geisterparade hat ihr 35-jähriges Bestehen mit einer farbenfrohen, aber auch nachdenklich stimmenden Veranstaltung gefeiert. Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr die Wohnungsnot in der Domstadt – verkleidet in kreative Kostüme, brachten die Teilnehmer ihre Forderungen auf die Straße.

Angeführt wurde der Umzug von Erich Hermans, verkleidet als Ähzebär und mit einem selbstgebauten Rummelpot-Instrument. Hermans hatte 1993 – zwei Jahre nach der ersten Geisterparade – den Verein Ähzebär un Ko e.V. mitgegründet. Seither hat die Veranstaltung ihre protestlerischen Wurzeln bewahrt, sie aber um immer mehr spielerische Elemente erweitert.

Die Teilnehmer präsentierten aufwendige Kostüme: von Geistern und Hexen bis hin zu riesigen Tierfiguren, den sogenannten Schnappviechern. Ein besonders auffälliger Hingucker war ein durchsichtiger Riesenkrake aus Plastikflaschen, der sich durch die Menge bewegte. Das Motto für 2026 – "Allerhühste Zick för en andere Wunnungspolitik – mer kunne nit all em Dom schlofe!" – richtete sich gegen Obdachlosigkeit und den Wohnraummangel in Köln.

Der Umzug zog durch verschiedene Stadtteile, bevor er am Odonien, einem lokalen Veranstaltungsort, endete. Anders als in den Vorjahren wurde die sonst übliche Kundgebung diesmal durch ein ausgelassenes Fest ersetzt. Eine Band spielte, während die Besucher die mystische Atmosphäre genossen und die Feierlichkeiten in fröhlicher Stimmung ausklangen.

Die Geisterparade bleibt eine einzigartige Verbindung aus Aktivismus und Feierlaune. Sie lenkt den Blick auf drängende gesellschaftliche Probleme, ohne dabei den Geist des Kölner Straßenkarnevals zu verlieren. Jahr für Jahr entwickelt sich die Veranstaltung weiter – zwischen Tradition und aktuellen Themen.

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