Gericht stoppt Schließung des Höxter-Campus der TH OWL – Lehrbetrieb bleibt erhalten
Oswin MosemannGericht stoppt Verlegung von Studiengängen aus Höxter - Gericht stoppt Schließung des Höxter-Campus der TH OWL – Lehrbetrieb bleibt erhalten
Ein Gericht hat die Pläne zur Schließung des Höxter-Campus der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) gestoppt. In dem Urteil wurde die Entscheidung der Hochschule, den Lehrbetrieb dort einzustellen, für rechtswidrig erklärt. Im Mittelpunkt des Verfahrens stand die Frage, ob die Einrichtung den Standort ohne ausreichende Begründung oder alternative Lösungen aufgeben darf.
Die Hochschule hatte angekündigt, alle akademischen Aktivitäten in Höxter einzustellen und die Studiengänge nach Detmold oder Lemgo zu verlegen. Das Gericht bewertete dieses Vorgehen jedoch als unzulässig, da das Landeshochschulgesetz Höxter ausdrücklich als Hochschulstandort ausweist. Eine vollständige Schließung des Campus liege nicht in der Kompetenz der TH OWL, so die Richter, solange keine tragfähige Zukunftsperspektive für den Standort vorliege.
Bisher gibt es keine dokumentierten konkreten Vorbereitungen für die Schließung oder alternative Nutzungen des Campus. Das für 2026 geplante Klaus-Töpfer-Umweltsymposium Höxter unterstreicht zwar die Bedeutung des Standorts für Umweltstudien, doch wurden bislang keine Vorschläge für einen Ersatz seiner Funktionen vorgelegt. Das Gericht bestätigte zudem die frühere Intervention des Landes und erklärte diese für gerechtfertigt – insbesondere mit Blick auf die übergeordneten Bedürfnisse der Hochschullandschaft in Nordrhein-Westfalen.
Ohne eine klare Strategie für Höxter darf die Hochschule ihre Studiengänge nicht einfach verlegen. Das Urteil betont, dass eine vollständige Aufgabe des Campus gegen den rechtlichen Schutz des Standorts verstoßen würde.
Die Entscheidung verhindert, dass die TH OWL ihre Schließungspläne für Höxter umsetzen kann. Der Campus bleibt rechtlich als Teil des Landeshochschulsystems geschützt. Die Hochschule muss nun eine konforme Lösung für die künftige Nutzung des Standorts entwickeln.






