Handwerk in Steinfurt-Warendorf kämpft mit Energiekosten und neuen Vergaberegeln
Oswin MosemannHandwerk in Steinfurt-Warendorf kämpft mit Energiekosten und neuen Vergaberegeln
Vertreter der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf haben sich kürzlich mit Bezirksvertretern getroffen, um über die Herausforderungen für lokale Handwerksbetriebe zu sprechen. Im Mittelpunkt der jährlichen Zusammenkunft standen steigende Energiekosten, neue Vergaberegeln sowie Wege, Handwerker in unsicheren Wirtschaftszeiten zu unterstützen. Beide Seiten bekräftigten ihre Bereitschaft, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Landrat Dr. Martin Sommer empfing die Teilnehmer im Kreishaus. Themenschwerpunkte waren unter anderem die Auswirkungen globaler Spannungen, etwa der Konflikt im Iran, der die Energiepreise in die Höhe getrieben und Dienstreisen für Handwerksbetriebe verteuert hat. Zwar liegen keine genauen Zahlen vor, wie viele Unternehmen betroffen sind, doch der Druck auf die lokalen Betriebe ist spürbar.
Lieferkettenstörungen und zurückhaltende Investitionen verschärfen die Lage zusätzlich. Als Gegenmaßnahme betonten Kreis und Handwerkerschaft die duale Berufsausbildung als verlässlichen Weg für Nachwuchskräfte und als Lösung für Nachfolgeprobleme in Familienbetrieben. Beratungsangebote, etwa zu Betriebsübergaben, gibt es über die Handwerkerschaft sowie die WESt, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises.
Ein weiterer zentraler Punkt waren die neuen Vergaberegeln für öffentliche Aufträge, die ab dem 1. Januar 2026 in Kraft treten. Die Änderungen sollen Bürokratie abbauen und mehr Flexibilität in Nordrhein-Westfalen ermöglichen. Vertreter wiesen auf Chancen für das Handwerk hin, insbesondere bei der Vergabe kleinerer Aufträge und faireren Wettbewerbsbedingungen.
Zum Abschluss des Treffens erneuerten beide Seiten ihr Bekenntnis, gemeinsame Herausforderungen anzugehen – von Schwarzarbeit bis hin zu den Energiekosten. Kreis und Handwerkerschaft vereinbarten, den Dialog fortzuführen und weitere Unterstützungsmaßnahmen zu prüfen. Im Fokus bleibt die Stabilisierung des lokalen Handwerks angesichts wirtschaftlicher Veränderungen und neuer regulatorischer Vorgaben.






