20 February 2026, 18:37

Haushaltskürzungen beim BAMF: Warum Tausende Migranten ihre Sprachprüfung nicht mehr schaffen

Eine Gruppe von Menschen, einige mit Taschen, geht einen Schotterweg entlang mit einem Hund und einem von einem Pferd gezogenen Wagen, mit Häusern und einem klaren Himmel im Hintergrund; Text unten lautet "Deutsche Flüchtlinge in Deutschland".

Haushaltskürzungen beim BAMF: Warum Tausende Migranten ihre Sprachprüfung nicht mehr schaffen

Migrantinnen und Migranten in Deutschland sehen sich zunehmend mit Schwierigkeiten konfrontiert, ihre Integrationskurse abzuschließen – eine direkte Folge der jüngsten Haushaltskürzungen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat die Förderung drastisch gekürzt, sodass viele sich die entscheidende B1-Sprachprüfung im Deutschen nicht mehr leisten können. Vor Ort haben sich daraufhin lokale Initiativen formiert, die ehrenamtlich Vorbereitungskurse anbieten, um Betroffenen unter die Arme zu greifen, die sich ihre Ausbildung plötzlich selbst finanzieren müssen.

Im Dezember 2025 kündigte das BAMF weitere Einschnitte an und strich die finanzielle Unterstützung für freiwillige Integrationskurse komplett. Von den Kürzungen betroffen sind rund 129.500 Menschen – vor allem Asylsuchende, Geduldete, Ukrainerinnen und Ukrainer sowie EU-Bürgerinnen und -Bürger. Sie müssen nun die Kosten von 458 Euro pro 100-Stunden-Modul selbst tragen, eine Hürde, die für viele unüberwindbar ist.

Anerkannte Geflüchtete bleiben von den Änderungen ausgenommen, doch alle anderen Gruppen erhalten keine Unterstützung mehr. Bereits Ende 2024 hatte das BAMF zudem die Förderung für Wiederholungskurse gestrichen – wer die B1-Prüfung nicht besteht, bleibt damit ohne offizielle Hilfe.

Um die entstandene Lücke zu schließen, haben der Jugendmigrationsdienst (JMD) und die Katholische Erwachsenenbildung einen neuen Vorbereitungskurs ins Leben gerufen. Finanziert wird das Programm gemeinsam vom JMD und der Initiative Aktion Neue Nachbarn des Erzbistums Köln. Ziel ist es, Migrantinnen und Migranten beim Bestehen des Deutsch-Tests für Zuwanderer (DTZ) zu unterstützen. Die Verantwortlichen werben aktiv um Teilnehmerinnen und Teilnehmer und passen das Kursangebot an, um Bedürftige besser zu erreichen.

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Kursanbieter kritisieren das BAMF scharf für den Rückzug aus der Förderung. Integrationskurse seien ein zentraler Baustein für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, argumentieren sie. Nun hoffen sie auf eine Kehrtwende in der Politik und betonen, wie entscheidend zugängliche Sprachkurse für eine gelungene Integration sind.

Die Kürzungen haben Tausende Migrantinnen und Migranten ohne bezahlbaren Zugang zu unverzichtbaren Sprachkursen zurückgelassen. Lokale Projekte springen zwar in die Bresche, doch nachhaltige Lösungen hängen von den künftigen Entscheidungen des BAMF ab. Bleibt alles beim Alten, dürften viele weiterhin scheitern – an der B1-Prüfung, die für Arbeit und Alltag in Deutschland unverzichtbar ist.