Humboldt Forum: Berlins umstrittenes Kulturprojekt feiert fünf Jahre zwischen Ruhm und Kritik
Hellmuth OrtmannHumboldt Forum: Berlins umstrittenes Kulturprojekt feiert fünf Jahre zwischen Ruhm und Kritik
Fünf Jahre Humboldt Forum: Berlins umstrittenes Kulturprojekt zwischen Glanz und Kritik
Das Humboldt Forum in Berlin hat sein fünfjähriges Bestehen gefeiert. Unter einer kuppelgekrönten, von einem Kreuz bekrönten Architektur beherbergt es das Ethnologische Museum sowie das Museum für Asiatische Kunst. Doch die Institution bleibt wegen ihrer kolonialen Verstrickungen und ihrer monumentalen Gestaltung umstritten.
Schon vor der Eröffnung gewannen Debatten über geraubte Kulturgüter, Restitution und die koloniale Vergangenheit an Fahrt. Das Programm des Forums setzt sich häufig mit drängenden Themen wie dem Rückgang demokratischer Strukturen oder globaler Ungerechtigkeit auseinander. Performances wie Sarah Ama Duahs to build to bury to remember hinterfragen koloniale Perspektiven, indem sie Objekte als lebendige Wesen präsentieren.
Trotz seines anspruchsvollen kulturellen Angebots kämpft das Forum mit mangelnder kontinuierlicher Resonanz. Offizielle Zahlen nennen 3,3 Millionen Besucher pro Jahr, doch die Ausstellungen verzeichneten 2022 nur 634.000 Gäste. Zum Vergleich: Der Louvre zieht etwa das Dreizehnfache an Besuchern an. Fehlende Infrastruktur in der Umgebung und die zwar zentrale, aber abseits gelegene Lage erschweren es, ein lokales Publikum zu erreichen. Die meisten Besucher bleiben Touristen.
Das Humboldt Forum bleibt ein polarisierendes Wahrzeichen. Seine prunkvolle Architektur und das koloniale Erbe sorgen weiterhin für Kontroversen. Zwar thematisieren seine Veranstaltungen und Ausstellungen moderne Herausforderungen – doch die Besucherzahlen halten mit den hohen Ansprüchen der Institution noch nicht Schritt.
