26 January 2026, 18:24

IG Metall verliert tausende Mitglieder – warum die Industrie in NRW schwächelt

Ein detailliertes altes Papier mit einer Karte von Westfalen, das Flüsse, Berge, Städte und begleitenden Text zeigt, der die Region und ihre Einwohner beschreibt.

IG Metall verliert Mitglieder in NRW - IG Metall verliert tausende Mitglieder – warum die Industrie in NRW schwächelt

IG Metall meldet drastischen Mitgliederschwund in Nordrhein-Westfalen

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Die mitgliederstärkste Industriegewerkschaft Deutschlands, die IG Metall, verzeichnet in Nordrhein-Westfalen (NRW) einen deutlichen Rückgang ihrer Mitgliederzahlen. Allein 2024 betrug der Verlust 4,4 Prozent – ein Wert, der die üblichen jährlichen Rückgänge von ein bis zwei Prozent deutlich übersteigt. Als Hauptgrund nennen Gewerkschaftsvertreter die anhaltenden Stellenstreichungen in der krisegeplagten Industrie der Region.

Im Jahr 2023 konnte die IG Metall NRW zwar 15.746 neue Mitglieder gewinnen, verlor jedoch 24.382 durch Austritte. Weitere 7.307 schieden wegen ausstehender Beiträge oder verwaltungstechnischer Gründe aus. 2024 verschärfte sich die Entwicklung weiter: In der ersten Jahreshälfte sank die Mitgliederzahl bereits um 2,9 Prozent.

Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW, führt die Verluste auf die ungebremsten Arbeitsplatzabbau zurück. Allein in der Metall- und Elektroindustrie gehen monatlich rund 2.100 Stellen verloren. Auch große Arbeitgeber wie die Ford-Werke Deutschland und die Stahlsparte von Thyssenkrupp haben ihre Belegschaften stark reduziert – was die Verunsicherung unter den Beschäftigten weiter verstärkt.

Giesler fordert dringend Gegenmaßnahmen, um den Abwärtstrend zu stoppen. Die Politik müsse bei Investitionen und öffentlichen Aufträgen stärker auf regionale Wertschöpfung achten, so seine Forderung. Zudem seien schnellere Genehmigungsverfahren und höhere Infrastrukturinvestitionen notwendig. Von den Arbeitgebern verlangt er ein klares Bekenntnis zu NRW – statt weiter Stellen abzubauen oder Produktionsstätten zu verlagern.

In den vergangenen zehn Jahren hat die IG Metall in NRW etwa 100.000 Mitglieder verloren. Giesler warnt: Ohne gezielte Gegenwehr werde die industrielle Basis der Region – und mit ihr die Arbeitsplätze, die davon abhängen – weiter schrumpfen.

Die Gewerkschaft schlägt vor allem Maßnahmen vor, um den Arbeitsplatzabbau zu bremsen und den grünen Wandel der Industrie zu unterstützen. Sollten die Vorschläge umgesetzt werden, könnte dies die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe NRWs stabilisieren. Derzeit spiegelt der Mitgliederschwund jedoch die tiefgreifenden Herausforderungen wider, vor denen die deutsche Industriebelegschaft steht.