21 December 2025, 06:32

Ikon der Schwulenbewegung - Rosa von Praunheim stirbt

Eine Zeichnung einer nackten Frau in der Mitte, umgeben von Zeichnungen von Menschen und Tieren, alles auf einem weißen Hintergrund.

Ikon der Schwulenbewegung - Rosa von Praunheim stirbt - Ikon der Schwulenbewegung - Rosa von Praunheim stirbt

Ikone der Schwulenbewegung – Rosa von Praunheim gestorben

Ikone der Schwulenbewegung – Rosa von Praunheim gestorben

Ikone der Schwulenbewegung – Rosa von Praunheim gestorben

  1. Dezember 2025, 15:32 Uhr

Rosa von Praunheim, bahnbrechender Filmemacher und prägende Figur der Schwulenbewegung, ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Wie sein Umfeld mitteilte, verstarb er am Dienstagabend in Berlin plötzlich, aber friedlich – nur wenige Tage nach seiner Hochzeit mit seinem langjährigen Lebenspartner.

Von Praunheim schrieb Filmgeschichte mit Werken, die gesellschaftliche Vorstellungen von Homosexualität herausforderten. Sein 1971 entstandener Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ löste Empörung aus und inspirierte die ersten Christopher-Street-Day-Paraden in Deutschland. Zu seinen weiteren bekannten Filmen zählen „Das Bett“ und „Rex Gildo: Der letzte Tanz“, während sein jüngster Streifen „Satanische Sau“ erst in diesem Jahr erschien.

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Jenseits des Kinos war er ein unermüdlicher Kämpfer während der Aidskrise und setzte sich für Safer Sex ein, lange bevor das Thema gesellschaftlich akzeptiert wurde. Sein konfrontativer Stil prägte auch seine Fernsehauftritte – berüchtigt wurde er 1991, als er den Talkmaster Alfred Biolek und den Komiker Hape Kerkeling in einer Sendung outete. Als provokante Stimme schrieb er zudem Theaterstücke und Bücher, und seine Gemälde – ausgestellt unter dem Titel „Nackte Männer – Nackte Tiere“ – spiegelten seinen frechen, kompromisslosen Geist wider. Erst vergangenen Freitag hatte er in einer Zeremonie im Berliner Rathaus Schmargendorf seinen Partner Oliver Sechting geheiratet. Von Praunheim sprach offen über den Tod und tröstete sich mit der Vorstellung eines Jenseits, bevölkert von „nackten Männern und nackten Tieren“.

Sein Tod hinterlässt eine Lücke im queeren Kino und in der Aktivismus-Szene. Mit seinen Filmen, seinem Engagement und seiner furchtlosen öffentlichen Präsenz prägte er die kulturelle Debatte um LGBTQ+-Rechte maßgeblich. Von Praunheim hinterlässt seinen Ehemann Oliver Sechting.