Industrieverband schlägt Wasserstoff-Midstreamer für stabile Preise und Investitionssicherheit vor
Hellmuth OrtmannIndustrieverband schlägt Wasserstoff-Midstreamer für stabile Preise und Investitionssicherheit vor
Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) hat einen neuen Plan vorgelegt, um die Wasserstoffnutzung zu beschleunigen. Im Mittelpunkt des Vorschlags steht die Schaffung staatlich gestützter Zwischenhändler, sogenannte "Wasserstoff-Midstreamer", die Produzenten mit industriellen Abnehmern verbinden sollen. Damit sollen Investitionsrisiken verringert und die Preise in einem Markt stabilisiert werden, in dem die Kosten weiterhin deutlich über den aktuellen Gaspreisen liegen.
Laut dem VIK-Konzept würden die Midstreamer in der frühen Phase technologieneutral agieren. Dies ermöglicht sowohl die Einbindung von grünem Wasserstoff (RFNBO-konform) als auch anderer CO₂-armer Varianten in das System. Ziel ist es, Versorgungsengpässe zu vermeiden und gleichzeitig verschiedene Produktionsmethoden offen zu halten.
Um die Kluft zwischen den hohen Produktionskosten und den Zahlungsbereitschaft der Käufer zu schließen, schlägt der Verband die Einführung eines Contract-for-Difference (CfD)-Modells vor. Dieses würde die Zahlungen so anpassen, dass Produzenten einen stabilen Preis erhalten – selbst wenn die Marktpreise darunter liegen. Die Förderung müsste mindestens ein Jahrzehnt, idealerweise fünfzehn Jahre, laufen, um Investoren Planungssicherheit für langfristige Projekte zu geben. Die Kosten für den Hochlauf sind enorm: Allein die Subventionierung von einer Million Tonnen Wasserstoff pro Jahr würde mehrere Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln erfordern.
Der VIK lehnt zudem verbindliche Wasserstoffquoten ab, wie sie etwa im Verkehrssektor diskutiert werden. Zwangsziele würden die Industriekosten dauerhaft in die Höhe treiben und die Wettbewerbsfähigkeit schwächen, warnt der Verband. Hohe Strompreise, immense Kapitalkosten und strenge Regulierungen haben die Produktionskosten für grünen Wasserstoff bereits auf ein Niveau getrieben, das weit über denen von Erdgas liegt. Ohne Gegenmaßnahmen drohe der industrielle Wasserstoffausbau komplett zum Erliegen zu kommen, so die Argumentation.
Die Midstreamer sollen als Puffer zwischen Lieferanten und Industrie fungieren, Preisschwankungen abfedern und die Versorgungsketten sichern. Wird der Plan umgesetzt, könnte er Wasserstoffprojekte wiederbeleben, die bisher unter finanzieller Unsicherheit litten. Der nächste Schritt hängt nun von der politischen Unterstützung ab, um aus dem Konzept eine konkrete Politik zu machen.






