Julia Ruhs verlässt NDR und wechselt mit scharfer Kritik zu *Bild*
Hellmuth OrtmannJulia Ruhs verlässt NDR und wechselt mit scharfer Kritik zu *Bild*
Die Journalistin Julia Ruhs hat den Norddeutschen Rundfunk (NDR) verlassen, nachdem sie wegen ihrer politischen Haltung in die Kritik geraten war. Bekannt für ihre scharfen, liberal-konservativen Ansichten, behauptet sie, der Sender habe sie als "zu rechts" für sein Programm eingestuft. Ruhs wird nun eine regelmäßige Kolumne für die Bild schreiben und damit ihre Perspektive einem breiteren Publikum zugänglich machen.
Ruhs hatte zuvor die politische Dokumentationsreihe Klar für ARD und den Bayerischen Rundfunk (BR) moderiert. Der NDR entschied sich jedoch nach internen Auseinandersetzungen, die Zusammenarbeit mit ihr zu beenden. Redaktion und Führungsebene sollen dem Format vorgeworfen haben, es mangele an Ausgewogenheit, die Themenauswahl sei einseitig und der Tonfall zu emotional. Der Sender setzte Klar zwar fort, verzichtete aber nach nur drei Pilotfolgen auf Ruhs als Moderatorin.
In ihrer Reaktion kritisierte Ruhs den NDR dafür, zu weit nach links zu rücken, und warnte, dass öffentlich-rechtliche Sender Zuschauer verlieren könnten, wenn sie kontroverse Debatten scheuen. Sie ordnet sich selbst im Mitte-rechts-Spektrum ein, mit Nähe zu FDP und CDU, grenzt sich jedoch deutlich von der AfD ab. Die ausgebildete Journalistin und Politikwissenschaftlerin Ruhs arbeitete zuvor für große Medienhäuser wie ARD und Bayerischer Rundfunk. Ihr nächstes Projekt ist eine neue Kolumne bei Bild mit dem Titel Mein Standpunkt, in der sie mindestens zweimal im Monat über politische und gesellschaftliche Themen schreiben wird. Marion Horn, Vorsitzende der Bild-Chefredaktion, begrüßte Ruhs für ihre Fähigkeit, frischen Schwung in politische Diskussionen zu bringen.
Zudem hat Ruhs ein Buch verfasst, Linke-grüne Meinungsmacht: Wie unser Land gespalten wird, das 2025 erscheinen soll. Als eine der scharfzüngigsten jungen Medienstimmen Deutschlands ist Ruhs für ihre mutige, liberal-konservative Haltung bekannt. Sie argumentiert, dass öffentlich-rechtliche Sender sich mit polarisierenden Themen auseinandersetzen müssen, sonst riskieren sie, das Publikum an weniger seriöse Quellen zu verlieren.
Ruhs’ Abschied vom NDR markiert eine Wende in ihrer Karriere hin zu meinungsbetonteren Plattformen. Ihre neue Kolumne bei Bild wird ihr eine regelmäßige Bühne für ihre Ansichten zu Politik und Gesellschaft bieten. Gleichzeitig wird ihr kommendes Buch ihre Kritik an Medien und ideologischen Gräben in Deutschland weiter vertiefen.






