KI-Beauftragte an Schulen: Wer bringt Lehrkräften und Schülern die Zukunft bei?
Anto SchülerKI-Beauftragte an Schulen: Wer bringt Lehrkräften und Schülern die Zukunft bei?
An deutschen Schulen könnte bald ein neuer Akteur Einzug halten: ein KI-Beauftragter an jeder Einrichtung. Die Initiative zielt darauf ab, Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern künstliche Intelligenz näherzubringen – mit ihren Risiken und Chancen. Gleichzeitig wachsen die Bedenken, dass die Lehrerfortbildung und veraltete Schulstrukturen mit dem rasanten technologischen Fortschritt nicht Schritt halten, während die Bildungspolitik hinterherhinkt.
Laut Plan soll an jeder Schule eine Beamtin oder ein Beamter als KI-Beauftragte:r eingesetzt werden. Zu den Aufgaben gehörten die Vermittlung von KI-Grundlagen, ihrer Möglichkeiten und Grenzen sowie die Einhaltung des Datenschutzes. Zudem sollten sie schulinterne Schulungen konzipieren, fächerübergreifende Unterrichtsplanung organisieren und neue Prüfungsformate erproben.
Lehrkräfte müssten sich das nötige KI-Wissen eigenständig in Fortbildungen – und damit in ihrer Freizeit – aneignen. Das Ministerium will sie so darauf vorbereiten, KI offiziell im Unterricht einzusetzen. Würde das Land ein KI-Tool bereitstellen, läge die Verantwortung für Datenschutz und Kosten bei der öffentlichen Hand – und nicht bei den einzelnen Lehrkräften.
Einige schlagen vor, KI-Werkzeuge und Sprachmodelle für Aufgaben wie Drucken oder Kopieren ohne formelle Genehmigung zuzulassen. Andere plädieren für einen vorsichtigeren Ansatz: Die Nutzung solle nur in bestimmten Phasen erlaubt werden, um private Ausgaben der Lehrkräfte zu vermeiden. Dies kommt zu einer Zeit, in der Referendar:innen berichten, sie fühlten sich unvorbereitet – und ihre „theorielastige“ Ausbildung kritisieren.
Der Bundeselternrat drängt unterdessen auf dringende Reformen, um veraltete Schulsysteme zu modernisieren. Der Appell folgt auf einen Rückgang der Berufsausbildungsquoten in Kindergärten – mit Bayern als letztem Bundesland, das sie noch aufrechterhält.
Die geplanten KI-Beauftragten sollten als Multiplikator:innen fungieren und die Kluft zwischen Technologie und Bildung überbrücken. Schulen erhielten so strukturierte Unterstützung, während Lehrkräfte bei KI-bezogenen Kosten und Datenschutzfragen entlastet würden. Die Änderungen kommen jedoch zu einem Zeitpunkt, an dem grundlegendere Sorgen – etwa zur Unterrichtsvorbereitung der Lehrkräfte und notwendigen Systemreformen – weiterhin ungelöst bleiben.






