Kölner Betrüger lebt seit 22 Jahren von Sozialleistungen – trotz abgelehntem Asyl
Anto SchülerKölner Betrüger lebt seit 22 Jahren von Sozialleistungen – trotz abgelehntem Asyl
Ein bosnischer Mann, der in Köln lebt, bezieht seit mehr als zwei Jahrzehnten staatliche Leistungen – obwohl sein Asylantrag abgelehnt wurde und er mehrfach wegen Betrugs verurteilt wurde. Huso B., der 2003 nach Deutschland kam, darf aufgrund seiner acht minderjährigen Kinder, die alle in Deutschland geboren wurden, im Land bleiben. Der Fall hat nach öffentlicher Kritik eine interne Prüfung durch Oberbürgermeisterin Henriette Reker ausgelöst.
Huso B. reiste erstmals 2003 nach Deutschland ein, doch sein Asylantrag wurde abgelehnt, da Bosnien-Herzegowina als sicheres Herkunftsland eingestuft wird. Seither hält er sich mit einer Duldung im Land auf – einer vorübergehenden Aussetzung der Abschiebung, die aufgrund seiner familiären Situation gewährt wird. Die Stadtverwaltung berücksichtigt bei der Verlängerung solcher Genehmigungen Aspekte wie den Familienschutz und das Kindeswohl.
Trotz seines abgelehnten Asylstatus wurde Huso B. seit 2010 mehrfach wegen Betrugsdelikten verurteilt. Dennoch scheiterten Abschiebungsversuche bisher an seinen acht minderjährigen Kindern. Seine zehnköpfige Familie erhält derzeit monatlich 7.250,77 Euro an Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.
Der Fall sorgt für Aufmerksamkeit im Rahmen der aktuellen Abschiebepraxis in Köln. 2025 wurden aus der Stadt 245 Personen abgeschoben, darunter 130 verurteilte Straftäter. Gleichzeitig bearbeitet das Ausländeramt 1.080 Fälle von freiwilligen Ausreisen oder Abschiebungen. Nach der öffentlichen Bekanntwerdung des Falls hat Oberbürgermeisterin Henriette Reker eine interne Überprüfung der Vorgänge angeordnet.
Das Kölner Ausländeramt bleibt mit einer hohen Zahl an Abschiebefällen belastet und muss dabei rechtliche Vorgaben mit humanitären Gesichtspunkten abwägen. Huso B.s Situation bleibt ungelöst: Seine familiären Bindungen verhindern trotz seiner Vorstrafen eine Abschiebung. Die Ergebnisse der behördlichen Prüfung könnten künftige Entscheidungen in ähnlichen Fällen beeinflussen.






