Kölner Razzia deckt illegale Machenschaften bei Uber- und Bolt-Fahrern auf
Hellmuth OrtmannKölner Razzia deckt illegale Machenschaften bei Uber- und Bolt-Fahrern auf
Kölner Behörden haben weitverbreitete illegale Machenschaften unter Fahrern der Fahrvermittlungsdienste Uber und Bolt aufgedeckt. Viele stehen im Verdacht, Schwarzarbeit zu leisten, Sozialleistungen zu erschleichen und Verkehrsgesetze zu missachten. Bei Kontrollen im vergangenen Jahr wurden Hunderte Bußgelder verhängt und Fahrzeuge stillgelegt.
Im Jahr 2025 führte Köln erstmals großangelegte Überprüfungen bei Mietwagenfirmen durch, die mit Uber und Bolt zusammenarbeiten. Beamte kontrollierten 730 Fahrzeuge an 185 Standorten und in 328 Unternehmen. Die Razzia führte zu 366 Ordnungswidrigkeitsverfahren, vor allem wegen Verstößen gegen die Personenbeförderungsvorschriften.
Ein zentrales Problem war, dass Fahrer nach jeder Fahrt nicht wie vorgeschrieben zum Firmensitz zurückkehrten. Stattdessen warteten viele in Taxi-Standbereichen, um die Wartezeiten für Kunden zu verkürzen. Taxiunternehmer werfen den Fahrvermittlern vor, sich dadurch einen unfairen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Die Kölner Taxi-Genossenschaft hat bereits über 100 Klagen gegen Uber- und Bolt-Fahrer eingereicht, die illegal unterwegs seien. Gerichte verhängten bereits hohe Strafen gegen Fahrer und Vermietungsfirmen. Zudem wurden 140 Fahrzeuge beschlagnahmt, die gegen Vorschriften verstießen.
Neben den Verkehrsverstößen rücken nun auch Steuerhinterziehung und nicht abgeführte Sozialabgaben in den Fokus der Ermittler. Zahlreiche Fahrer sollen in Vollzeit gearbeitet haben, während sie gleichzeitig Arbeitslosengeld bezogen – ohne ihre Einkünfte zu deklarieren. Uber betont, in Deutschland über keine eigene Flotte zu verfügen, und verweist darauf, dass Partnerunternehmen die Gesetze einhalten müssten.
Die Kontrollen offenbarten systematische Verstöße: Jedes zweite überprüfte Fahrzeug wurde beanstandet. Die Behörden prüfen weiterhin Unternehmen, die Fahrzeuge nicht ordnungsgemäß anmelden oder Steuern hinterziehen. Die Aktion unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen traditionellen Taxis und Fahrvermittlungsdiensten in Köln.






