Kölner und Münsteraner Bistümer reformieren Kita-Finanzierung radikal
Klothilde BergerKölner und Münsteraner Bistümer reformieren Kita-Finanzierung radikal
Große Veränderungen bei der Kita-Förderung in zwei deutschen Bistümern
Das Erzbistum Köln führt ein neues zentrales System namens Katholino ein, während das Bistum Münster seine 660 Kindertageseinrichtungen umstrukturiert. Beide Schritte zielen darauf ab, die langfristige Finanzierung zu sichern und die Verwaltungslast für die örtlichen Kirchengemeinden zu verringern.
In Köln hat der Übergang zu Katholino bereits begonnen. Bis Ende 2027 werden alle 525 gemeindegeführten Kitas auf das neue zentrale Unterstützungssystem umgestellt. Derzeit arbeiten in diesen Einrichtungen rund 10.600 pädagogische Fachkräfte und 840 Hauswirtschaftsmitarbeiter:innen.
Das Bistum Münster geht einen anderen Weg: Bis 2027 sollen drei regionale gemeinnützige Gesellschaften mit beschränkter Haftung (gGmbHs) gegründet werden. Diese werden die Kitas in verschiedenen Regionen verwalten – eine für Borken, Coesfeld und Recklinghausen (Kita gGmbH Niederrhein), eine weitere für Münster, Steinfurt und Warendorf. Eine dritte gGmbH ist ebenfalls geplant, ihr Name steht jedoch noch nicht fest.
Die Umstrukturierung soll die Kirchengemeinden von Verwaltungsaufgaben entlasten und gleichzeitig die finanzielle Stabilität gewährleisten. Jede örtliche Pfarrei muss der Änderung zustimmen und sich der neuen gGmbH-Struktur anschließen. In den kommenden Monaten werden Gespräche mit den Verantwortlichen geführt.
Finanziell hat das Bistum Münster für 2026 rund 39,5 Millionen Euro für die Kitas eingeplant. Der Diözesanadministrator Antonius Hamers bezeichnete die Reform als „unausweichlich“ und verwies auf Veränderungen bei der staatlichen Förderung der frühkindlichen Bildung.
Die Änderungen in beiden Bistümern werden die Art und Weise, wie Kitas verwaltet und finanziert werden, grundlegend verändern. Die örtlichen Pfarreien geben einen Teil ihrer Verwaltungsverantwortung ab, während zentrale oder regionale Träger die Aufgaben übernehmen. Ziel ist es, die Betreuungsangebote für Kinder und Beschäftigte aufrechtzuerhalten und sich gleichzeitig an die neuen finanziellen Rahmenbedingungen anzupassen.






